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Sonderstaatsanwalt ermittelt im Ayotzinapa-Fall

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Demonstranten in Mérida fordern Aufklärung des Falls der 43 verschwundenen Lehramtsstudenten. Foto (2014): Efra Tzuc, CCO 1.0

Rund fünf Jahre nach dem Verschwinden von 43 Studenten in Mexiko hat die Generalstaatsanwaltschaft (FGR) einen neuen Ermittler zur Aufklärung des international bekannt gewordenen Massenentführungsfalles eingesetzt. Wie das Politmagazin „Animal Politico“ am Mittwoch, 26. Juni 2019 berichtet, wird Omar Gómez Trejo, ein Spezialist für Menschenrechte mit Arbeitserfahrung in Honduras und Guatemala eine neu gegründete Einheit zum Ayotzinapa-Fall leiten. 

Fünf Tage vor der jüngsten Einberufung des neuen Ermittlers war in der TV-Sendung „En Punto“ des Fernsehsenders „Noticieros Televisa“ ein Video gezeigt worden, in dem einer der Hauptverdächtigen im Entführungsfall, der am 22. September 2014 verhaftete Carlos Canto Salgado, kurz nach seiner Festnahme von zwei Bundespolizisten gefoltert wird, um eine Aussage zu erzwingen. Nach Angaben des UN-Büros für Menschenrechte in Mexiko seien insgesamt 34 von 122 verhafteten Verdächtigen gefoltert worden. 

UN-Menschenrechtsbeauftrage Michelle Bachelet hat eine verstärkte Beobachtung bei der Aufarbeitung des Verbrechens angekündigt. Die Einsetzung von Gómez Trejo wird als Willensbekundung der Linksregierung von Präsident Andrés Manuel López Obrador gewertet, endlich Licht in das dubiose Verbrechen im September 2014 zu bringen. Damals verschwanden in der Stadt Iguala im Bundesstaat Guerrero 43 Lehramtsstudenten, die mit Bussen unterwegs waren. Es gilt als wahrscheinlich, dass sie Opfer des organisierten Verbrechens wurden, deren Verbindungen bis in Polizei und Politik reichen. (bb)   

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