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Mapuche kündigen "autonome Regierung" an

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Die Mapuche Silvia Ilan Quileo Quilaman bei einem Morgengebet mit Gesängen und Opfergaben. Sie schlägt die Trommel, genannt Kultrun. Foto: Adveniat/Matthias Hoch

Mehr als 250 Repräsentanten der Mapuche-Ureinwohner in Chile haben nach einer zweitägigen Versammlung in Temuco die Gründung einer "autonomen Regierung" angekündigt. "Das Volk der Mapuche hat das Recht auf freie Selbstbestimmung", sagte Mapuche-Ratsmitglied Aucán Huilcamán dem Portal "Cooperativa" am Donnerstag, 12. Dezember 2019 (Ortszeit). Basis der Entscheidung seien zwei Normen internationalen Rechts, die besagten, dass indigene Völker sich selbst regieren dürfen. "Wir stehen also auf dem Boden des Völkerrechts", so Huilcamán. Die Entscheidung der Einrichtung einer Parallelregierung werde den Behörden wie auch dem chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera mitgeteilt.

Das beschlossene Dokument bezieht sich inhaltlich unter anderem auf die Kosmovision der Mapuche, das Recht auf Land sowie auf eigene Gesetze und Rechtsprechung. 

Die Mapuche sind die Ureinwohner im Süden Chiles und Argentiniens. Nach der chilenischen Unabhängigkeit 1818 begann in den 1860er Jahren die Entrechtung: Einmarsch der Armee, Enteignung, Niedergang der eigenen Tradition und Sprache. Erst seit einigen Jahren setzt eine Neubesinnung auf die eigene Kultur und Identität ein. Die Mapuche zählen zum ärmsten und am wenigsten gebildeten Teil der Bevölkerung.

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