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Geldwäsche-Anklage gegen Bolsonaro-Sohn

Flávio Bolsonaro, der älteste Sohn von Brasiliens rechtsgerichtetem Staatschef Jair Bolsonaro, muss sich einem Korruptionsverfahren stellen. Die Staatsanwaltschaft in Rio de Janeiro erhob Anklage gegen ihn.

Flavio Bolsonaro mit Präsident Jair Bolsonaro. Foto: Presidente Jair Messias Bolsonaro, Public Domain Mark 1.0

Dem Sohn von Staatschef Jair Bolsonaro wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Veruntreuung, Unterschlagung und Geldwäsche vorgeworfen. Es geht um Aktivitäten während seiner Zeit als regionaler Abgeordneter zwischen 2007 und 2018.

Nicht gearbeitet, aber bezahlt

Flávio Bolsonaro soll in den Jahren mehrere Angestellte auf seine staatlich finanzierte Gehaltsliste gesetzt haben, die tatsächlich aber gar nicht arbeiteten. Einen Teil ihres erschlichenen Gehalts sollen die Angestellten dann an Bolsonaro abgegeben haben.

Es ist die erste Anklage gegen ein Familienmitglied aus dem Bolsonaro-Clan, seit der Staatschef im Januar 2019 vereidigt wurde. Angeklagt wurden zudem 16 weitere Verdächtige, darunter der seit Juni inhaftierte Ex-Polizist und Bolsonaro-Vertraute Fabricio Queiroz.

Präsidentensohn hält sich für unschuldig

Der 39-jährige Flávio Bolsonaro wies die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft kategorisch zurück. Es habe unter seiner Verantwortung "keinerlei Unregelmäßigkeiten" gegeben, schrieb der Senator im Online-Dienst Instagram. Der Staatsanwaltschaft warf er vor, im Vorfeld der Mitte November beginnenden Kommunalwahlen eine "Reihe bizarrer Fehler begangen" zu haben.

Die Kommunalwahlen gelten als wichtiger Stimmungstest für Präsident Bolsonaro. Flávio Bolsonaro hat sich bereits in der Vergangenheit wiederholt als Opfer "politischer Verfolgung" dargestellt, die eigentlich gegen seinen Vater gerichtet sei.

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