Chile |

Nach Tod eines Mapuche: Haft für Polizisten

Die Polizei räumt eine Straße im Mapuche-Gebiet südlich von Concepción. (Symbolfoto: Adveniat/Jürgen Escher)

Nach dem gewalttätigen Tod eines jungen Mapuche während eines Einsatzes von GOPE-Spezialeinheiten hat die chilenische Justiz in der vergangenen Woche Haftbefehle gegen vier beteiligte Polizisten erlassen. Wie der Nachrichtensender „RadioBioBio“ berichtet, handelt es sich bei den anschließend verhafteten Personen um die Beamten Patricio Alejandro Sepúlveda Muñoz, Braulio Andrés Valenzuela Aranguiz, Carlos Roberto Alarcón Molina und Raúl Evaristo Ávila Morales, so das Medium am Sonntag, den 2. Dezember 2018.

Die Richterin Sandra Nahuelcura aus der südchilenischen Region Araucanía hatte den Haftbefehl ausgestellt, nachdem sie zur Überzeugung gekommen war, dass die vier Polizisten einer Eliteeinheit an dem Einsatz in einer Mapuche-Gemeinde Mitte November teilgenommen hatten, bei dem der 24 Jahre alte Mapuche Camilo Catrillanca durch einen Schuss in den Rücken getötet worden war. Anschließend sollen die Uniformierten falsche Zeugenaussagen abgegeben haben. Auch Beweismaterial wie Videoaufnahmen seien von den Carabinieri vernichtet worden, so der Vorwurf. 

Nach seiner Verhaftung erklärte einer der Verhafteten, Carlos Roberto Alarcón Molina, er und seine Kollegen seien zu den Falschaussagen gezwungen worden. „Es gibt Leute, die dafür gesorgt haben, dass wir lügen, und falsche Zeugenaussagen abgeben“, so der Polizist in einem Video aus der Haft. Ballistische Untersuchungen hatten ergeben, dass die tödliche Kugel aus Alarcóns Waffe abgefeuert wurde. Derweil künigte Innenminister Andrés Chadwick Untersuchungen zum Fall an, die Regierung werde „weitermachen, bis die ganze Wahrheit bekannt wird und der Tod des Gemeindmitglieds vor Gericht kommt“. (bb)

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