Kolumbien |

Mordanschlag auf Indigene: Kolumbiens Präsident schickt Truppen

Eine indigene Anführerin und vier ihrer Mitstreiter sind tot - brutal niedergestreckt von mutmaßlichen Farc-Dissidenten. Staatspräsident Iván Duque kündigte den Einsatz von 2.500 Soldaten in dem Gebiet an.

Foto: picture-alliance/dpa/C. Contreras

Ein Fahrzeug mit dem Anführer einer abtrünnigen Farc-Gruppe und zwei Begleitern rollte an den Kontrollposten eines kolumbianischen Reservats im südwestlichen Department Cauca. Angehörige des indigenen Nasa-Volkes, die sich in einer freiwilligen Bürgerwehr organisiert haben, wollten den Wagen kontrollieren. Die Insassen bestanden jedoch darauf, durchgelassen zu werden. Dann fielen Schüsse.

Die Anführerin der Nasa, Cristina Bautista, und vier Mitglieder der unbewaffneten Bürgerwehr starben. Fünf weitere Ureinwohner sind verletzt. Auch auf einen Krankenwagen, der die Opfer transportierte, soll geschossen worden sein. Präsident Iván Duque verurteilte die Tat und reiste zusammen mit Kommandanten des Militärs sowie dem Polizeichef des südamerikanischen Landes nach Cauca, um die Sicherheitslage nach dem Massaker einzuschätzen. Dort sagte er, innerhalb von 40 Tagen werde eine 2.500 Mann starke Schnelleinsatztruppe in der Gegend die Arbeit aufnehmen. Ihre Mission sei eine bessere Kontrolle des Gebiets, die Routen von Drogenhändlern sollten geschlossen und kriminelle Organisationen zerschlagen werden.

Nach dem historischen Friedensabkommen der kolumbianischen Regierung mit der Farc-Guerilla zur Beendigung des jahrzehntelangen Bürgerkriegs Ende 2016 sind noch bewaffnete Gruppen aktiv, die das Abkommen ablehnen. Im August kündigten mehrere frühere Rebellen-Kommandeure an, den Kampf gegen die Regierung wieder aufzunehmen. In von der Guerilla aufgegebene Gebiete sind zudem Verbrecherbanden vorgestoßen. Der seit August 2018 regierende, rechtsgerichtete Duque hatte zur Jagd auf die abtrünnigen Rebellen geblasen.

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