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Argentinien: Unruhe wegen Polizei-Protesten vor Präsidenten-Residenz

In Argentinien protestieren Polizisten seit Tagen für mehr Lohn und Unterstützung in der Corona-Zeit. Die gestrigen Proteste sorgten jedoch innerhalb der Regierung für besondere Aufregung. 

Proteste der Polizei vor der Residenz des Präsidenten in der Provinz Buenos Aires haben gestern innerhalb der Regierung Argentiniens Besorgnis ausgelöst.  Argentiniens Präsident Alberto Fernández sprach im Anschluss auf Twitter von einer Bedrohung für die Demokratie. Die argentinische Zeitung "Página 12" zitierte Mitglieder der Regierungspartei "Frente de Todos" mit den Worten:  "Das ist eine Haltung der Bedrohung, die in der Demokratie nicht akzeptiert werden kann." Auch Gewerkschaften und Verbände stellten sich hinter die Linksregierung.

Die Provinzpolizei protestiert in der Hauptstadt Buenos Aires seit mehreren Tagen für mehr Lohn, Sozialleistungen sowie mehr Unterstützung in Corona-Zeiten. Präsident Fernández kündigte an, er werde Gelder von der Stadtregierung zur Provinzregierung umschichten und so Gehaltserhöhungen von rund 90.000 Polizisten ermöglichen. Auch ein Runder Tisch für Gespräche werde eingerichtet.

Die Provinzregierung von Buenos Aires, die ebenfalls zum politischen Lager von Präsident Fernández gehört, ließ mitteilen, dass die Forderungen der Polizei "legitim" seien. Jedoch kämen sie "mit deutlicher Verspätung", erklärte Regierungsministerin María Teresa García.

Die Provinzpolizei verdient deutlich weniger als Beamte der Nationalpolizei und städtischen Polizei. Während der Regierung von Präsident Mauricio Marcri sei diese Lücke weiter gewachsen, informiert „Página 12“. Beobachter vermuten hinter den Polizeiprotesten eine politische Aktion gegen die Linksregierung. (bb)
 

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