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Appelle in Chile: Keine irrationale Gewalt mehr

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen bei Protesten haben die chilenischen Bischöfe ihre Landsleute zu Frieden und Versöhnung aufgerufen.

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Polizisten bei einer Demonstration in Santiago de Chile anlässlich der Studentenproteste 2012. Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher

Nach den Brandanschlägen auf zwei Kirchen in der chilenischen Hauptstadt Santiago rufen Vertreter von Politik, Zivilgesellschaft und Kirche in Chile zu Frieden und Versöhnung auf. Die Chilenische Bischofskonferenz appellierte wenige Tage vor dem Verfassungsreferendum an ihre Landsleute, in der Familie, am Arbeitsplatz und im sozialen Umfeld Raum zum Nachdenken zu schaffen, um genügend Abstand zu "irrationaler Gewalt" zu gewinnen und zivil miteinander umzugehen.

In Chile wurden am Sonntag, dem Jahrestag des Ausbruchs von Massenprotesten, zwei Kirchen Ziel schwerer Brandanschläge. Wer hinter den Attacken steckt, ist weiter unklar. Bei einer Schießerei zwischen Polizeikräften und Demonstranten im Ortsteil La Victoria wurde zudem ein Mensch getötet. In verschiedenen Landesteilen gab es Plünderungen und Sachbeschädigungen. Insgesamt wurden landesweit 580 Menschen verhaftet.

Chile wird seit Monaten von Unruhen erschüttert. Die Demonstrationen entzündeten sich im Oktober 2019 zunächst an einer Fahrpreiserhöhung für die Metro und weiteten sich zu Forderungen nach einer Verfassungsänderung und einer anderen Sozialpolitik aus. Die aktuelle Verfassung stammt noch aus der Zeit der Militärdiktatur von General Augusto Pinochet (1973-1990). Sie wurde von den Sicherheitskräften unter anderem dafür verwendet, hart gegen Regierungsgegner sowie Indigene, die Mapuche, vorzugehen. Am Sonntag wird darüber abgestimmt, ob eine neue Verfassung ausgearbeitet werden soll.

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