Kolumbien |

Alle 72 Stunden ein Mord an Indigenen

Wandmalerei gegen die Gewalt in Bogotá, Kolumbien. Foto: Adveniat/Jürgen Escher

Die Gewalt gegen Indigene in Kolumbien hält auch drei Jahre nach dem Friedensschluss zwischen der FARC und der Regierung an. Wie das Institut für Rechtsmedizin und Forensik in seinem Jahresbericht mitteilt, seien im zurückliegenden Jahr 2018 im ganzen Land insgesamt 109 indigene Kolumbianerinnen und Kolumbianer ermordet worden, berichtet das Nachrichtenportal "WRadio". 

"Dass in Kolumbien alle 72 Stunden eine indigene Person ermordet wird, das kann man nur Völkermord nennen", so ein Sprecher der indigenen Gemeinden im Departamento Cauca gegenüber der britischen Nachrichtenagentur BBC. Die Provinz im Südwesen des Landes gilt als strategischer Korridor für den Drogenhandel. Mit äußerster Brutalität enteignen Kartelle und bewaffnete Banden Land von indigenen Gemeinden, um dort etwa Marihuana oder Kokapflanzen für die Drogenherstellung anzubauen.  

In einer Anhörung vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte (CIDH) machten nun Indigenenvertreter aus Cauca und anderen Provinzen auf die dramatische Lage aufmerksam. Laut einem Bericht, der in Ecuadors Hauptstadt Quito übergeben wurde, seien die persönlichen Bedrohungen von Indigenen gegenüber dem Vorjahr in 2019 um 300 Prozent gestiegen. Allein in Cauca seien in diesem Jahr bereits 68 Indigene ermordet worden. Der Staat müsse die Sicherheit seiner Bevölkerung garantieren, forderte der CIDH die Kolumbiens Regierung auf, das Leben der Indigenen zu schützen. (bb)

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