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ThyssenKrupp soll für Schäden in Brasilien zahlen

Auf der heutigen Hauptversammlung des Stahlkonzerns ThyssenKrupp in Bochum werden erneut die Umweltprobleme und Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem im Sommer 2010 in Brasilien in Betrieb genommenen Stahlwerk auf der Tagesordnung stehen. Bereits bei der Aktionärsversammlung im vergangenen Jahr protestierten brasilianische Fischer gegen das Vorgehen der ThyssenKrupp Companhia Siderúrgica do Atlântico (TKCSA).

Rücklagen für Entschädigungszahlungen

In einem seiner Gegenanträge fordert der Dachverband kritischer Aktionäre den Vorstand des Konzerns dazu auf, höhere Rücklagen für die Entschädigung von Fischern, die Reinigung der Bucht und den nachträglichen Einbau von Filteranlagen im Stahlwerk zu bilden. „ThyssenKrupp muss außerdem sagen, wie es mit den Entschädigungsforderungen Tausender von Fischern umgeht, denen durch den Bau des Stahlwerks an der Bucht von Sepetiba die Existenzgrundlage entzogen wurde“, fordert Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Kooperation Brasilien (KoBra) und dem Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL).

Fischer fordern 756 Millionen Euro Entschädigung

Von TKCSA verursachte dauerhafte Umweltschäden, wie die Zerstörung der Laichgründe der Fische in der Bucht, illegale Mangrovenabholzung und unsachgemäße Aushubarbeiten, bei denen massiv Schwermetall belastete Sedimente wieder aufgewirbelt wurden, hätten für die Fischer den Verlust ihrer Haupteinnahmequellen aus Fischfang und Tourismus zur Folge gehabt. Zudem sei die vereinbarte Entschädigung für entgangene Einnahmen, die ein TKCSA-Mitarbeiter den Fischern bei einem Treffen gesagt habe, bis dato nicht erfolgt, zitiert der Gegenantrag der kritischen Aktionäre die Forderungen der Fischer. Mehr als 5.700 Fischer haben sich mittlerweile in sieben Zivilklagen zusammengeschlossenen und fordern insgesamt Entschädigungen von umgerechnet bis zu 756 Millionen Euro.

Geldstrafe wegen Umweltverstößen

Wegen wiederholter Umweltverstöße durch das erst 2010 in Betrieb genommene
Stahlwerk bei Rio de Janeiro ist TKCSA zu einer Geldbuße von 1,26 Millionen Euro und zu Kompensationszahlungen in Höhe von 6,3 Millionen Euro verurteilt worden. "Es droht sogar die Schließung des 5,2 Milliarden Euro teuren Werks, wenn es nach einer Umweltprüfung keine Betriebserlaubnis erhält", so Christian Russau (FDCL) und Vorstandsmitglied von KoBra. (bh)

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