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Minister Müller reist nach Brasilien

Der Amazonas-Regenwald von oben. Foto: Adveniat/Thomas Milz

Der Schutz der brasilianischen Regenwälder und des Weltklimas steht im Mittelpunkt einer Brasilienreise von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). "Brasilien ist ein entscheidender Partner, wenn es um Klimaschutz geht. Der Amazonas-Regenwald, größer als die gesamte Europäische Union, ist die Lunge unseres Planeten", sagte Müller am Sonntag vor dem Beginn der einwöchigen Reise.

Deutschland wolle Schutzprojekte verstärken und sich in Gesprächen mit Brasiliens Regierung dafür einsetzen, dass der Kampf gegen illegale Abholzung und Brandrodung konsequent ausgebaut und der von der Bundesregierung unterstützte Amazonas-Fonds wieder handlungsfähig gemacht werde, kündigte der Minister an.

Auch dank deutscher Unterstützung seien bislang 1,6 Millionen Quadratkilometer Tropenwald unter Schutz gestellt worden - das entspricht der viereinhalbfachen Fläche Deutschlands. Müller drängte dabei auf die Einbeziehung der indigenen Bevölkerung. "Wir brauchen für den Waldschutz gerade die indigene Bevölkerung - und sie sind es auch, die vom Waldschutz unmittelbar profitieren sollen."

Zu den Programmpunkten der Minister-Reise gehören Treffen mit Vertretern der Regierung, die Teilnahme an einer Klimaschutz-Expertenkonferenz in Brasília, Gespräche mit Indigenengruppen und Nichtregierungsorganisationen, Projektbesuche in Sao Paulo und der Region Manaus sowie die Besichtigung einer Orangenplantage in der Region Campinas.

Ein weiteres Thema der Reise ist das beim G20-Gipfel in Osaka vereinbarte Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Organisation Mercosur, zu deren Mitgliedern auch Brasilien gehört. "Wichtig ist, dass die Einhaltung von Arbeits- und Umweltstandards inklusive des Pariser Klimaabkommens verbindlich festgeschrieben wird", betonte Müller. "Speziell bei Soja sollten wir auf eine Zertifizierung der Importe drängen. Es darf kein Soja nach Europa gelangen, für das Tropenwald illegal gerodet wurde."

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