Kolumbien |

Mindestens drei Indigene in Kolumbien getötet

Bewaffnete Angreifer haben in Kolumbien mindestens drei Indigene getötet.  Die Morde folgten nur drei Tage nach einem Massaker an acht Jugendlichen in demselben Department. 

Morde an Indigenen in Nariño in Kolumbien (Symbolbild). Foto: Jürgen Escher/ Adveniat

Bewaffnete Angreifer haben in Kolumbien mindestens drei Indigene getötet.  Die Morde ereigneten sich am Dienstag (Ortszeit) in einem abgelegenen Dorf im Department Nariño, wie der Gouverneur Jhon Rojas in einem Video mitteilt. Die Opfer gehören dem indigenen Volk der Awá an.

Aktuell untersucht eine Sonderkommission die Hintergründe der Tat. Laut der kolumbianischen Tageszeitung "El Tiempo" gehen indigene Gruppen vor Ort davon aus, dass sich die Zahl der Todesopfer auf bis zu zwölf erhöhen könnte.  

Die Taten in Nariño ereigneten sich nur drei Tage nach einem Massaker an acht Jugendlichen im selben Department. Nariño zählt mit den Departments Cauca und Antioquía zu den drei gefährlichsten Regionen in ganz Kolumbien. Dort kämpfen die Guerillaorganisation ELN (Ejército de Liberación Nacional), paramilitärische Gruppen und andere kriminelle Banden um wichtige Routen für den Drogenhandel.

Gouverneur Jhon Rojas sprach in seiner Videobotschaft von einer "alarmierenden Situation", die seine Region aktuell durchlebe. Er forderte Präsident Duque persönlich auf, den bereits beantragten Sicherheitsgarantien für Nariño nachzukommen.

Auch die katholische Kirche äußerte sich besorgt über die jüngsten Gewaltverbrechen in Nariño: "Die Schrecken des Krieges in abgelegenen Regionen treten das menschliche Leben weiterhin mit Füßen", sagte kürzlich der Erzbischof von Bogotá, Monseñor Luis José Rueda Aparicio. In einem gemeinsamen Brief verurteilten auch die Bischöfe von Nariño und Cauca die vielen Morde.

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