Guaraní fordern Beteiligung an Stevia-Geschäft
Zwei indigene Gemeinden in Paraguay fordern eine angemessene finanzielle Beteiligung an den Millionen-Einnahmen aus dem Geschäft mit dem pflanzlichen Süßstoff Stevia. Wie die britische Nachrichtenagentur BBC am Mittwoch, 23. November 2016, berichtet würden große Nahrungsmittel- und Getränkemultis, die Stevia als Ersatz für Zucker nutzen, vom geistigen Eigentum der Indigenen ohne Entgelt profitieren.
Mit Unterstützung europäischer Nichtregierungsorganisationen wollen die Guaraní der Gemeinden Paî Tavyter" und Kaiowa nun rückwirkend und in Zukunft an der Verwendung der vermeintlich gesunden Zucker-Alternative beteiligt werden, schreibt BBC. Die geistigen Eigentumsrechte an der Pflanze, die bei den Guaraní-Indigenen in Paraguay und Brasilien seit Jahrhunderten als "Ka´a He´e" bezeichnet wird, müssten zudem den Ureinwohnern übertragen werden, lautet die Forderung der Gemeindemitglieder.
"Die Guaraní haben die süßende Wirkung der Stevia entdeckt, sie erhalten von der wirtschaftlichen Nutzung ihres Wissens keinen Anteil, so wie es die Konvention für biologische Vielfalt und das Nagoya-Protokoll vorschreiben", erklärt Laurent Gaberell von der britischen NGO "Public Eye". Man habe in einer Studie bereits im November 2015 auf die "dunkle Seite des Stevia-Boom" hingewiesen. Anschließend sei an zahlreiche Unternehmen wie Coca Cola und die Schweizer Goba und Bernrain herangetreten worden, damit diese ihrer Verpflichtung einer finanziellen Beteiligung nachkommen. "Viele haben sich bereit erklärt mit ihnen zu verhandeln", so Gaberell. (bb)