Mexiko, Guatemala |

Drei junge Erfinderinnen und Erfinder helfen der Umwelt

Die 8-jährige Xóchitl Guadalupe Cruz López wurde ausgezeichnet. (Foto: ECOSUR)
Die 8-jährige Xóchitl Guadalupe Cruz López wurde ausgezeichnet. (Foto: ECOSUR)

Immer wieder liest man in den Nachrichten von innovativen Ideen zum Umweltschutz. Im Februar diesen Jahres beispielsweise eröffnete der weltweit erste plastikfreie Supermarkt in Amsterdam. Dort können Kunden mehr als 700 Produkte kaufen, die mit kompostierbaren Materialien verpackt sowie in Karton, Metall oder Glas abgefüllt sind. Innovative Umweltschutzideen entstehen auch in Lateinamerika, eine Region, der viele Menschen hierzulande gar keinen Pioniergeist zutrauen. Tolle Geschichten gibt es viele, wir stellen an dieser Stelle drei junge Erfinderinnen und Erfinder vor.

PET-Schuhe: Sara Sacal Rayek (MEX)

Die junge Sara Sacal Rayek gewann nach ihrem Studium an der Iberoamerikanischen Universität von Mexiko-Stadt den Ibero Unternehmerpreis für ihre Herstellung von Schuhen und Taschen aus PET-Flaschen, verziert mit schönen indigenen Stickarbeiten. Sie ist Gründerin des Unternehmens ONI, welches Produkte mit umweltfreundlichen Materialien entwickelt und mit Stickereien verziert. Ziel ist es, einheimische Gemeinden in Mexiko zu unterstützen. Ein Teil der Erlöse fließt direkt in Umweltprojekte. Die größte Herausforderung für die junge Unternehmerin war es, Plastik mit anderen Materialien zu kombinieren, zum Beispiel mit recyceltem, synthetischem Kunstleder. Sara ist davon überzeugt, dass ihr Projekt eine positive Auswirkung nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf die Gesellschaft haben sollte.

Künstliches Holz: Ken Lou (GTM)

Mit einer ganz anderen Idee ging der Erfinder und Entrepreneur Ken Lou an den Markt. Im Alter von nur neun Jahren entwickelte er “Mr. Fuego“ (zu Deutsch: “Herr Feuer“), eine Art künstliches Holz aus recyceltem Material, welches beim Verbrennen weder der Umwelt noch der Gesundheit schadet. Er war allergisch gegen den Rauch von Brennholz und konnte daher nicht an den Lagerfeuern mit seiner Familie teilnehmen. Ken ließ sich jedoch nicht von wichtigen Familienfesten fernhalten und erfand ein ökologisches und preisgünstiges Holz, das beim Verbrennen weißen, statt allergieauslösenden schwarzen Rauch, produziert. Ken wurde zum jüngsten Erfinder Guatemalas und erhielt von der guatemaltekischen Regierung den "Erick Barrondo Orden für die Jugend".

 

In den folgenden Jahren perfektionierte Ken seine Erfindung und gründete sein eigenes mittelständisches Familienunternehmen. Er exportierte Mr. Fuego erfolgreich ins Ausland, unter anderem nach Costa Rica. Heute setzt sich der inzwischen 23-Jährige aktiv für den Umweltschutz ein, unter anderem arbeitet er an der Verbesserung energiesparender Kochherde in Guatemala. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung in Guatemala benutzt Brennholz fürs Kochen und andere Aktivitäten. Der entstehende Rauch enthält jedoch viele schädliche Stoffe, die nachteilige Auswirkungen auf die Lungen und Immunsysteme von Menschen und Tieren haben können. Ferner stammt das meiste Holz aus den Regenwäldern, die zunehmender Entwaldung ausgesetzt sind. Aufgrund seiner hohen Entwaldungsrate wies Guatemala zur Jahrhundertwende die höchsten Kohlendioxidemissionen Zentralamerikas auf.

Solar-Warmwasserbereiters: Xóchitl Guadalupe Cruz López (MEX)

Xóchitl Guadalupe Cruz López (8) aus Chiapas ist das erste Mädchen Mexikos, das eine Auszeichnung vom Institut für Nuklearwissenschaft der renommierten Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) erhalten hat - für ihre herausragenden Fähigkeiten in der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Xóchitl stammt aus einer indigenen Gemeinde im Hochland Chiapas. Eines ihrer Projekte ist die Entwicklung eines Solar-Warmwasserbereiters für ihre Familie, da sie kein warmes Wasser in ihrem Haus haben.

 

Bereits mit vier Jahren zeigte die kleine Erfinderin ein Interesse für die Wissenschaft trotz der Tatsache, dass sie in einem ländlichen Gebiet lebt und ihre Familie kein Geld für außerschulische Aktivitäten hatte. Dank ihres außerordentlichen Talents wurde Xóchitl in das Programm “Adoptiere ein Talent“ (PAUTA) der UNAM aufenommen. Xóchitl hat Preise auf verschiedenen Wissenschaftsmessen gewonnen.

Nun möchte sie einen noch größeren Warmwasserbereiter bauen, allerdings mit Solarpanels, weshalb sie Unterstützung von Universitäten oder Forschern sucht. "Es gibt viele Menschen mit niedrigem Einkommen, die sich diese Heizungen nicht leisten können. Deshalb holzen sie Bäume ab, um Brennholz zu gewinnen. Das wiederum beeinträchtigt die Welt durch die globale Erwärmung", erklärt Xóchitl. „Mein Warmwasserbereiter ist aus recyceltem Material gebaut und schadet der Umwelt nicht. Auch hilft mein Projekt diesen Menschen.“

Autorin: Cory Unverhau

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