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Kolumbien |

Carnaval de Barranquilla - Fest der Kulturen

Beim Paartanz "Cumbia" mischen sich indigene, spanische und afrikanische Elemente. Foto: Christina Hofmann
Beim Paartanz "Cumbia" mischen sich indigene, spanische und afrikanische Elemente. Foto: Christina Hofmann

Es gibt Paraden, feiernde Menschen an jeder Ecke der Küstenstadt, lange Nächte, bunte Kostüme, karibische Rhythmen und fröhliche Menschen, die für ihren Karneval leben. Die Stadt verwandelt sich in ein riesiges Volksfest.

Und weil die Barranquilleros gar nicht genug davon bekommen können, wird das Spektakel eine Woche vorab über Guacherna, den sogenannten "Precarnaval", eingeleitet. An diesem Tag gibt es die erste große Parade durch die Stadt. Den Abend lassen die Kolumbianer dann in den Seitenstraßen mit viel Musik ausklingen.

Karneval ist Weltkulturerbe

Auch in anderen Städten Kolumbiens wird Karneval gefeiert, doch der in Barranquilla ist mit eine der größten Veranstaltungen der Welt und wurde auch als Kulturerbe von der UNESCO anerkannt. Das Besondere an diesem Fest ist die Verschmelzung der indigenen Kultur mit spanischen und afrikanischen Traditionen, die auf den Karneval in der Küstenstadt eingewirkt und diesen geprägt hat. Viele der typischen Karnevalsfiguren lassen sich auf diesen Ursprung zurückführen, wie beispielsweise "El Congo", eines der ältesten Kostüme, das von den afrikanischen Sklaven beeinflusst wurde. Dabei tragen Männer sehr aufwendige bunte Kostüme und Kopfbedeckungen und ein Buschmesser bei sich. Beim "Son de Negro" machen sich die völlig in schwarz getauchte Darsteller durch sehr eigenwillige Körperbewegungen und Grimassen über ihre Peiniger lustig. Eine der wichtigsten Figuren des Karnevals ist der "Marimonda", eine Art Narr, der für jeden Spaß zu haben ist und mit seinen eigenen Tanzschritten die Zuschauer zum Lachen bringt.

Paraden, Musik und Tanz

Bestaunen lassen sich die verschiedenen Figuren bei den unzähligen Paraden in der Stadt. Die Wichtigste findet am ersten Tag des Karnevals, am Samstag, statt, die "Batalla de Flores". Begleitet wird dieser Umzug von der Karnevalskönigin, deren tanzendes Volk Blumen an die zuschauende Menge verteilt. Neben zahlreichen Tänzerinnen und Tänzern in allen Altersklassen, deren Bewegungen eins werden mit den Klängen der Karibik, spielt der Paartanz "Cumbia" eine wichtige Rolle im Karneval. Auch innerhalb dieses Tanzes werden die drei verschiedenen Kulturen, die indigene, die spanische und die afrikanische deutlich. Im Mittelpunkt steht dabei die Tänzerin, die sich rhythmisch zu Flöten-, Akkordeon- und Perkussionklängen bewegt und den um sie werbenden Mann immer wieder abweist und auf Abstand hält.

Anziehungsmagnet für Touristen

Neben dem großen Unterhaltungsangebot an Umzügen und Veranstaltungen in der Stadt, zu denen jedes Mal unzählige Menschen strömen und die auch jedes Jahr Tausende von Besuchern aus aller Welt anlocken, verbringen die Kolumbianer die "fünfte Jahreszeit" auch in kleineren Kreisen. Dafür schmücken Nachbarn ganze Straßenzüge mit den typischen Karnevalsfiguren, hängen bunte Girlanden auf und bereiten Snacks und Getränke vor, um gemeinsam zu feiern. Ob Großveranstaltung oder Nachbarschaftsfest - zur Zeit des Karnevals sieht man an öffentlichen Plätzen und in den Straßenzügen die Barranquilleros tanzen, mehr noch als sie es ohnehin schon tun, und von jeder Ecke tönt eine andere Musik.

Mit Beginn der Fastenzeit endet der Karneval in Barranquilla, wie an vielen anderen Orten der Welt auch. Doch in der Küstenstadt schwingt das ganze Jahr über ein wenig Karneval mit und wenn Anfang Januar die Weihnachtsdekoration weicht und durch Marimondas und andere Karnevalsfiguren ersetzt wird, ist es wieder soweit und der Alltag verschwindet für vier Tage aus der Stadt - die Menge tanzt und die Nächte werden zu Tagen.

Autorin: Christina Hofmann

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