Ecuador |

Bischof seit 14 Tagen im Hungerstreik

Bischof Gonzalo Lópes Marañón (77) setzt in Ecuador seinen Hungerstreik auch nach 14 Tagen fort. In der Hauptstadt Quito erhielt der emeritierte Oberhirte von Sucumbíos nach lokalen Berichten zu Wochenbeginn bereits zum zweiten Mal seit Beginn seiner Aktion vor der Betlehem-Kirche vom ecuadorianischen Staatspräsidenten Rafael Correa Besuch. Nach Angaben des TV-Senders RTU haben sich mittlerweile zahlreiche Bischöfe aus Ecuador aber auch anderen lateinamerikanischen Ländern mit dem hungerstreikenden Bischof solidarisiert und den gebürtigen Spanier in dessen "Lager der Versöhnung" besucht.

Bischof Gonzalo Lópes Marañón vom Orden der Unbeschuhten Karmeliten will mit seiner Aktion ein Zeichen für Versöhnung in seiner ehemaligen Diözese San Miguel von Sucumbíos im Nordosten des südamerikanischen Landes setzen. In einem offenen Schreiben begründete er seinen Protest mit "unzähligen Brüchen innerhalb der christlichen Gemeinschaft als auch der Zivilgesellschaft in Sucumbíos". Damit diese Spaltungen nicht weiter täglich größer werden, wolle er mit täglichem Beten und Fasten für ein friedliches Miteinander werben.

Im Oktober 2010 war Bischof Gonzalo Lópes Marañón aus Altersgründen zurückgetreten. Danach entbrannte in der Region ein Streit um seine Nachfolge, in die sich auch der ecuadorianische Staatspräsident Rafael Correa einmischte. Papst Benedikt XVI. hatte im Oktober 2010 P. Rafael Ibarguren Schindler EP als Administrator des Bischöflichen Vikariats ernannt, dies lehnte Correa wegen dessen zu konservativer Ausrichung ab. Mons. López wurde dagegen aufgefordert, die Diözese zu verlassen. Aufgrund der Neuausrichtung der Pastoral in dem Vikariat durch die Gemeinschaft der "Herolde des Evangeliums" kam es in der Region in der Folge zu erheblichen Auseinandersetzungen.

Ende Mai mussten auf Anordnung der Ecuadorianischen Bischofskonferenz als Kompromisslösung sowohl die Karmeliten als auch die Herolde des Evangeliums Sucumbíos verlassen. Anstelle von Ibarguren ist derzeit - zumindest vorübergehend - Bischof Angel Polibio Sanchez Loayza (64) in
Sucumbios als von Rom beauftragter Delegat tätig. Er ist auch Generalsekretär der Bischofskonferenz. (TK)

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