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Zivilgesellschaft in Kolumbien gründet "Pakt für Frieden und Leben"

In Kolumbien will ein ziviles Bündnis für die Umsetzung des Friedensvertrags stark machen. Mit dabei sind Indigene, Kirchenvertreter und Politiker. 

Der Erzbischof von Cali Monseñor Darío Monsalve ist Teil des Bündinses. Foto:  Dario de Jesus Monsalve,  José Santamaria CruzCC BY-SA 4.0

Um auf die mangelhafte Umsetzung des Friedensvertrages zwischen dem kolumbianischen Staat und der FARC-Guerilla aufmerksam zu machen, haben sich weite Teile der Zivilgesellschaft Kolumbiens zu einem "Pakt für den Frieden und das Leben" zusammengeschlossen. Mehr als 140 Organisationen riefen am Donnerstag, den 10. September 2020 zu einem Ende der neu aufgeflammten Gewalt zwischen Staat, Guerillas und bewaffneten Gruppen auf, berichtet die Tageszeitung "El Espectador".

In dem Gründungsaufruf, der von sozialen und indigenen Bewegungen, dem Erzbischof von Cali Monseñor Darío Monsalve, zahlreichen Bürgermeistern, Gouverneuren und mehreren bekannten Künstlern unterstützt wird, wird neben der Umsetzung des Friedensabkommens die Einrichtung von humanitären Schutzzonen in besonders konfliktreichen Regionen, die Wiederaufnahme der Gespräche mit der ELN-Guerilla und die Ausarbeitung eines Antikorruptionsplans gefordert, so das Blatt.

Für Monika Lauer Perez, Kolumbien-Referentin des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, ist der Pakt "total wichtig". Die Initiative zeige, "dass viele Menschen in Kolumbien nicht bereit sind, den Friedensprozess verloren zu geben". Sie sei ein Warnschuss an die Duque-Regierung: "Ihr habt Euer Versprechen gebrochen, Euch für bessere Lebensbedingungen und Sicherheit für alle einzusetzen. Wir fordern die Umsetzung des Friedensvertrags!". Adveniat unterstützt die Interethnische Wahrheitskommission, die zu den Mitunterzeichnern und Mitinitiatoren des Paktes gehört.

Für den 21. September hat die Friedensbewegung im Bürgerkriegsland zu landesweiten Demonstrationen aufgerufen. Vom 5. Januar 2020 bis heute wurden in Kolumbien 55 Massaker registriert, die 218 Todesopfer gefordert haben, so eine aktuelle Erhebung von "El Espectador" und Angaben der Beratungsstelle für Menschenrechte und Vertreibung (Codhes). (bb)

Das Video zeigt ein Projekt in Tumaco, das vom Lateinamerika Hilfswerk Adveniat unterstützt wird – Jugendliche Afrokolumbianer engagieren sich für den Frieden. Hier können sie mit einer Spende das Projekt unterstützten. 

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