Venezuela |

Weltweit höchster Wasserfall ist fast ausgetrocknet

Mit 978 Metern Fallhöhe ist Salto Angel der höchste Wasserfall auf der Welt. Er liegt im Nationalpark Canbaima im Süden Venezuelas und ist eine bedeutende Touristenattraktion. Nun droht er auszutrocknen. Schon jetzt kann von herunterstürzenden Wassermassen nicht mehr die Rede sein. Salto Angel ist eher mit einem Rinnsal vergleichbar, berichtete die venezolanische Tageszeitung El Universal am Mittwoch. Ursache ist das Klimaphänomen El Niño, das in Venezuela im Sommer 2009 die schlimmste Dürre seit 100 Jahren ausgelöst hat.

Zwischen Dezember und März ist der Wasserfall jedes Jahr schmaler als in den restlichen Monaten des Jahres, da wenig Regen fällt. Aber so wie jetzt hat er noch nie ausgesehen. Da es schon in der eigentlichen Regenzeit zwischen Mai und Oktober kaum Niederschläge gab, trocknet der Wasserfall jetzt viel mehr aus, als es in der trockenen Periode üblich ist. Außerdem führte die monatelange Dürre in Venezuela zu einer Energiekrise. Der Wasserstand des Stausees Guri ist um zehn Meter gefallen. Er ist für 70% der Stromerzeugung im Land verantwortlich. Präsident Hugo Chavez rief im Februar den Energienotstand aus.

El Niño sorgt durch die Aufhebung der tropischen Zirkulation in Äquatornähe dafür, dass das Klima sich in den betroffenen Regionen quasi umkehrt. Wo es normalerweise trocken ist, regnet es und anders herum. Die Klimaanomalie tritt unregelmäßig auf und ist schwer vorhersagbar. Seit Dezember 2009 hat sie für sintflutartige Regenfälle, Überschwemmungen sowie Erdrutsche in Peru und Ecuador gesorgt. Auch die schon seit Monaten anhaltende Dürre in Honduras wird El Niño zugeschrieben. In dem mittelamerikanischen Land kam es zu einer Hungersnot und besorgniserregender Wasserknappheit. Meteorologen gehen davon aus, dass sich die Situation ab Mai diesen Jahres entspannen wird.

Text: aj

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