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Vatikan verurteilt Raub amazonischer Fruchtbarkeits-Statuen

Den Raub mehrerer hölzerner Fruchtbarkeitsfiguren aus einer römischen Kirche hat ein Vatikansprecher verurteilt. Ein solcher Akt sei Diebstahl und verstoße außerdem gegen den Geist des Dialogs. Er sei sinnlos und müsse nicht eigens kommentiert werden, erklärte der Leiter der vatikanischen Kommunikationsabteilung, Paolo Ruffini, am Montag, 21. Oktober 2019 in einer Pressekonferenz. Zuvor war im Internet ein Video verbreitet worden; es zeigt, wie ein anonymer Täter in den frühen Morgenstunden aus der offenen Kirche Santa Maria in Traspontina die Statuen entwendet und sie später in den Tiber wirft.

Auch Mitglieder der Initiative "Amazonia casa comun" (Gemeinsames Haus Amazonien) haben die Tat als "Akt der Gewalt" verurteilt. In diesen Handlungen zeigten sich "religiöse Intoleranz und Rassismus" gegen indigene Völker, erklärte die Initiative am Dienstag. Zugleich komme darin die Ablehnung "neuer Wege zur Erneuerung unserer Kirche" zum Ausdruck. Die Initiative warnte davor, dass diese Akte sich wiederholen oder sogar weiter verschärfen könnten. Sie selbst sei aber jederzeit friedlich und verzichte auf Reaktionen. Ihre Mitglieder "respektierten die Unterschiedlichkeit anderer Ausdrucksformen der Begegnung mit Christus".

Die Holzfiguren stellten nackte, hochschwangere Frauen dar. Sie waren in den vergangenen Tagen zusammen mit anderen Kultobjekten bei mehreren Zeremonien im Vatikan von Menschen aus dem Amazonasgebiet getragen und verehrt worden. Konservative Katholiken kritisierten dies als unzulässige Vermischung christlicher Liturgie mit heidnischen Handlungen und Weltanschauungen. Aus dem Vatikan verlautete dazu, es handele sich bei den Figuren lediglich um eine Versinnbildlichung der menschlichen Fruchtbarkeit.

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