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Mexiko will seine Kolonialgeschichte aufarbeiten

Indigene Jugendliche aus Mexiko beim Weltjugendtag in Panama 2019. Foto: Escher/Adveniat

Indigene Jugendliche aus Mexiko beim Weltjugendtag in Panama 2019. Foto: Escher/Adveniat

2021 gedenkt Mesiko der Eroberung der Azteken-Hauptstadt  Tenochtitlán vor dann 500 Jahren durch die spanischen Eroberer. Die Regierung des Landes hat aus diesem Anlass eine Kampagne gestartet, die die bislang verborgenen Seiten der Kolonialisierung ans Licht bringen soll. Künftig wird es außerdem einen "Tag der Entschuldigung bei den indigenen Völkern Mexikos" geben. Währenddessen drängen auch die Probleme der Gegenwart: Indigene Organisationen fordern gemeinsam eine Verfassungsreform, die ihr Land achtet und sie Entscheidungen über ihre Angelegenheiten selbst treffen lässt. Dies beinhaltet das Recht auf alternative Entwicklungswege. Mexikos Politik schließe die indigenen Völker nach wie vor aus, so die Kritik. Gefordert wird, der Plünderung indigenen Landes durch Bergbau- und Energieunternehmen einen Riegel vorzuschieben. Fracking müsse verboten werden.

Spanien und der Vatikan sollen sich entschuldigen

Präsident Andrés Manuel López Obrador (AMLO) will mit einer Vielzahl von Veranstaltungen 2021 Mexikos Geschichte kritisch hinterfragen. Ein für allemal solle aufgeräumt werden mit der Überlieferung, dass die spanischen Konquistadoren auf ein zurückgebliebenes, barbarisches Volk getroffen seien. Es gelte, eine andere Geschichte zu erzählen, jene von der Größe der Azteken. AMLO hat für das Gedenkjahr eine Sonderkommission geschaffen. Mexikos Regierung hat für das kommende Jahr indigene Delegationen aus vielen Teilen der Welt eingeladen, um gemeinsam der prähispanischen Völker zu gedenken. Präsident López Obrador machte kürzlich deutlich, dass es sich um keine innermexikanische Angelegenheit handelt, indem er von Papst Franziskus und von Spaniens König Felipe VI. eine Entschuldigung für die an den indigenen Völkern begangenen Gräueltaten forderte.

Die indigenen Völker Mexikos lehnen den sogenannten Tag der Entdeckung Amerikas am 12. Oktober entschieden ab. AMLO hat nun den 28. September zum Tag der Entschuldigung für die Kolonialisierung erklärt. Im kommenden Jahr wird dieser erstmals begangen – gleichzeitig mit dem Tag, an dem Mexikos Unabhängigkeit 1821 feierlich verkündet wurde. 2021 steht ein weiteres Gedenken an: 200 Jahre Unabhängigkeit von Spanien. 

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