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Mexiko: Umweltministerium fördert Anbau auf künstlichen Inseln

Bei den sogenannten Chinampas, künstlichen schwimmenden Inseln, handelt es sich um eine mesoamerikanische Tradition, die mit neuem Leben erfüllt werden soll – nicht nur, um gesunde Lebensmittel herzustellen.

Chinampa, Mexiko, schwimmende Insel, Lago Reyes Tlahuac

Gemüseanbau auf einer Chinampa, einer schwimmenden Insel im Lago Reyes Tlahuac, Mexiko. Foto: Alejandro Linares GarciaLago Reyes TlahuacCC BY-SA 3.0

Mexikos Umweltministerium will in Zusammenarbeit mit der Regierung von Mexiko-Stadt den ökologischen Anbau auf Chinampas fördern. Diese in flachen Seen angelegten künstlichen Inseln sollen in ein Konzept eingebettet werden, das auch künstlerische und kulinarische Aspekte enthält. Anreize für eine ökologische Landwirtschaft verbinden sich mit dem Erhalt des kulturellen Erbes Mexikos. Die nach Bio-Standards angebauten Lebensmittel sollen auf einem Produzentenmarkt angeboten werden - ohne Zwischenhändler. 

Kunden kaufen direkt beim Erzeuger

Diese Märkte sind in Mesoamerika seit der vorkolonialen Zeit unter dem Namen Tianguis bekannt – das Wort für Markt in der indigenen Sprache Nahuatl. Die Idee des Projekts: Die Kunden kaufen direkt beim Erzeuger. Es gibt keinen Zwischenhändler, der mitverdient. Der Markt soll aber nicht allein dem Handel, sondern auch als kultureller Begegnungsort dienen. Geplant sind Gespräche mit Forschern und künstlerische Events. 

Coral Rojas, die im Umweltministerium für Agroökologie zuständig ist, betont, dass es sich bei dem Anbau auf Chinampas um eine Tausende Jahre alte Methode handle. Neben der Nützlichkeit spreche auch die landschaftliche Schönheit dafür, diese Tradition wieder aufleben zu lassen. Die Wiederbelebung der Chinampas könne auch die Auswirkungen des Klimawandels verringern. Allerdings seien von den noch vorhandenen Chinampas mittlerweile 80 Prozent verwaist.

Agroökologische Schule liefert das nötige Wissen

Geplant ist auch eine agroökologische Schule, die sich neben Anbau und Erzeugung auch den Themen Gesundheit, Kunst und Kochkunst widmet. Die Bildungseinrichtung soll daran forschen, wie die Verschmutzung von Böden und Gewässern verringert werden kann. Darüber hinaus soll sie sich mit dem Thema "alternative Energien" beschäftigen. Ein besonderes Anliegen ist die Erhaltung der Biodiversität wild wachsender Pflanzen. Sie finden in der traditionellen Medizin und in der traditionellen Küche Verwendung.

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