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Mexiko räumt Flüchtlingslager im ganzen Land

Rucksack in einer Flüchtlingsunterkunft in Mexiko (Symbolbild 2017) Foto: Matthias Hoch/ Adveniat

Wegen der Gesundheitsrisiken in Mexikos Flüchtlingslagern hat das Nationale Institut für Migration (INM) die Notbremse gezogen: Angesichts der Corona-Pandemie habe sich die Regierung von Präsident López Obrador dazu entschlossen, die Bewohnerinnen und Bewohner aus allen 65 Unterkünften im ganzen Land in ihre Heimatländer zurückzubringen, so eine Presseerklärung der Regierungsbehörde vom Sonntag, 26. April 2020.

Von den Schließungen seien insgesamt 3.749 Personen aus Guatemala, Honduras und El Salvador betroffen.  Mit Bussen und Flugzeugen sei am 21. März 2020 bereits begonnen worden, die Migranten zurück in ihre Herkunftsländer zu bringen, so INM.  In den Unterkünften verblieben waren bisher knapp 100 Personen, deren Anträge auf Asyl noch ausstünden, oder die auf Gerichtsverfahren warten würden, meldet die Nachrichtenagentur Reuters mit Berufung auf einen Regierungsbeamten.

Die Mehrzahl der in den Unterkünften untergebrachten Personen seien Migranten gewesen, die auf ihrem Weg in die USA verhaftet wurden. Nationale und internationale Nichtregierungsorganisationen wie die Vereinten Nationen und Lagerbewohner hatten in der Corona-Pandemie vor der hohen Ansteckungsgefahr in den engen Unterkünften gewarnt. Das INM teilte jedoch mit:  Wer freiwillig in den Unterkünften bleiben wolle, könne dies mit einem entsprechenden Antrag weiter tun. (bb)