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Kritik an Staatshaushalt für 2021: Weniger Geld für Gesundheit, mehr für Militär

Mitten in der Corona-Pandemie sorgt ein Haushaltsentwurf der konservativen Regierung von Präsident Juan Orlando Hernández für Kritik. Der vorliegende Entwurf für das Haushaltsjahr 2021 plane Kürzungen im Gesundheitswesen und Mehrausgaben für Militär und Rüstung, berichtet die Nachrichtenagentur EFE am Donnerstag, den 15. Oktober 2020.

Honduras' vorgeschlagenes Staatsbudget belaufe sich auf 11,7 Milliarden US-Dollar, zitiert EFE aus einer Analyse des Zentralamerikanischen Instituts für Finanzstudien (ICEFI). Für 2021 seien 2,7 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) für den Gesundheitssektor in den öffentlichen Haushalt eingestellt. 2020 seien es noch 2,9 Prozent gewesen, bezeichnet der Chef-Ökonom des Forschungsinstituts Ricardo Castaneda die Kürzungspläne als "äußerst besorgniserregend". Das aktuelle Steuersystem würde zudem Einkommensschwache "proportional stärker belastet" als Wohlhabende, so Castaneda.

Zumal die Wirtschaft und damit die Staatseinnahmen pandemiebedingt weiter schrumpfen würden, informierte das ICEFI in einem Online-Briefing. Nach einem Pandemie-Wirtschaftseinbruch um sieben Prozent seien Wachstumsprognosen, die für das kommende Jahr ein Plus von fünf Prozent ausgehen, "optimistisch". Für Unverständnis sorgt zudem der Umstand, dass während die Corona-Pandemie in Honduras weiter voranschreitet, der Verteidigungshaushalt von 3,2 Prozent des BIP auf 3,4 Prozent angehoben werden soll. In der 9,5-Millionen-Einwohnernation wurden amtlichen Angaben zufolge bisher 85.000 Infektionen gemeldet. 2.533 Menschen sind bisher am neuartigen Corona-Virus gestorben. 

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