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Brasilien |

Indigene blockieren Eisenbahn nach Bergbau-Katastrophe

Das Volk der Krenak blockieren die Gleise der strategische Eisenbahnlinie 'Minas-Vitoria'. Foto: Twitter
Das Volk der Krenak blockieren die Gleise der strategische Eisenbahnlinie 'Minas-Vitoria'. Foto: Twitter

Nach dem schwersten Bergbau-Unfall der letzten Jahre in Brasilien haben indigene Anwohner vier Tage lang die strategische Eisenbahnlinie 'Minas-Vitoria' blockiert. Über die Strecke wird der Großteil der Eisenerz-Produktion Brasiliens nach Asien abgewickelt. Mit dem Protest wollen die Krenak-Indigene auf die katastrophalen Auswirkungen der Verschmutzung des Rio Doce aufmerksam machen, der nach dem Dammbruch einer Mine der Bergbauriesen 'BHP Billiton' und 'Vale' in der Region Mariana am 5. November 2015 mit toxischen Substanzen belastet ist.

"Wir führen einen gerechten Krieg", zitiert die Nachrichtenagentur Notimex den Indigenen-Vertreter Shirley Krenak. "Der Fluss ist tot", so Krenak. Die Gemeinde lebt von Fischfang und hunderte tote Fische seien schon ans Ufer getrieben - der Gestank unerträglich. Der mit Schwermetallen verschmutzte Rio Doce bedeute für die Gemeinde mit rund 750 Bewohnern das "Ende seiner Lebensgrundlage, seiner Erholungsgebiete und des Wassers mit seiner religiösen Bedeutung", erklärte der Gemeindeführer.

Der brasilianische Bergbaukonzern 'Vale' habe versprochen, das Dorf mit Trinkwasser zu versorgen, so dass der Verkehr mittlerweile wieder läuft. Der Multi ist Eigentümer der Bahnlinie und 42 Prozent von den circa 119 Millionen Tonnen abgebauten Eisenerz werden über die Linie transportiert. Aber auch Personen- und Güterverkehr passieren die Strecke. "Wenn sie nicht liefern, kommen wir zurück, wir sind das kriegerischste Volk Brasiliens", so der 36-Jährige.

13 Menschen werden vermisst und mindestens zehn sind beim Bergbauunglück ums Leben gekommen, das als "Fukushima von Brasilien" bezeichnet wird. Das Gift aus dem gebrochenen Damm hat aktuell die 140.000-Einwohnerstadt Colatina, rund 450 Kilometer östlich des Unglücksortes, erreicht. Weil dessen Trinkwasserversorgung komplett vom Rio Doce abhängt, hat die Armee an 52 Stellen der Stadt 50.000 Liter Trinkwasser ausgegeben. (bb)

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