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Im Kampf für eine freie Presse

„Der Unterdrückung der freien Presse steht oftmals die Vielfalt katholischer Medien gegenüber“, hat Christian Frevel, Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Bildung von Adveniat, betont. Frevel äußerte sich aufgrund des Internationalen Tages der Pressefreiheit zur medialen Lage in Lateinamerika. Aus demselben Anlass hatte die Organisation Reporter ohne Grenzen die neue Liste der größten „Feinde der Pressefreiheit“ veröffentlicht. Darin finden sich 38 Namen von Staats- und Regierungschefs bis hin zu extremistischen Organisationen die durch Machtmissbrauch kritische Medien zensieren und kontrollieren.

Auch die Länder Lateinamerikas haben unter der Medienkontrolle herrschender Eliten und krimineller Netzwerke zu leiden. In Mexiko etwa sind es die Drogenkartelle, die durch Entführung und Ermordung von Journalisten die Presse- und Meinungsfreiheit unterdrücken. „Kirchliche Zeitungen und Sender sind häufig die einzige Gegenmacht zu den herrschenden Familien, die vielerorts die Medien in Lateinamerika kontrollieren“, sagte Frevel.
In den 80er- und 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden viele katholische Radiosender, die sich gerade in ländlichen Gebieten der Evangelisierung, Alphabetisierung und Berichterstattung verschrieben haben. „Das Medium Radio war vor allem deshalb so wichtig, weil viele Menschen auf dem Land damals nicht lesen konnten“, sagte Frevel. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts seien kirchliche Fernsehsender und Internetportale hinzugekommen, mit denen die Menschen in den Städten und speziell die jungen Leute erreicht würden. Adveniat unterstütze die Ausbildung von Fachleuten für diese Medienarbeit, so Frevel.

Doch die kirchliche Presse in Lateinamerika zeichnet sich nicht allein durch religiöse Beiträge und Bildungsprogramme aus. Hier kommen auch die Bürger zu Wort. Eine Art „schwarzes Brett“ seien die katholischen Medien für die unterdrückte Bevölkerung: „Wenn etwa schon seit langem der Beschluss für die Asphaltierung einer Straße gefasst wurde, sich diesbezüglich aber trotz vorhandener Gelder nichts tut, können die Menschen es hier anprangern“, sagte Frevel. Die Menschenrechtsarbeit sei in den vergangenen Jahren gewachsen, gleichzeitig steige aber auch der Druck auf die katholischen Medien, so Frevel. Als Beispiel für Länder, in denen der Druck besonders hoch sei, nannte er Kuba. Auch Venezuela sei zu diesen Staaten zu zählen. Hier hätte Machthaber Chávez beispielsweise schon Sendemasten kappen lassen, um eine freie Pressearbeit einzudämmen, sagte Frevel.

Doch lassen sich die regierungsunabhängigen Medien dadurch nicht entmutigen. Ihr Engagement für die Armen, für die Gerechtigkeit geht weiter nicht zuletzt durch eine gute Vernetzung untereinander. Nachrichtenportale wie die Internetseite „Adital“, die von Adveniat unterstützt wird, würden eine hervorragende Arbeit leisten, so Frevel. Hier könnten die Basisgemeinden ihre Nachrichten einreichen, die dann durch Veröffentlichung nach außen transportiert würden. „Da wird Kirche lebendig“, resümierte Frevel. (Tobias Glenz)

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