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Haiti profitiert von IWF-Schuldenerleichterung für ärmste Länder

Haiti, Armut, Corona

Das Armenviertel Corail in Port au Prince. Foto: Adveniat/Steffen

Haiti ist bisher das einzige lateinamerikanische Land, das von Schuldenerleichterungen profitiert, die der Internationale Währungsfonds (IWF) angekündigt hat. Insgesamt 25 Ländern gewährt die Sonderorganisation der Vereinten Nationen im Rahmen seines "Catastrophe Containment and Relief Trust" (CCRT) Stundungen für Zinsen und Tilgungsraten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag, den 14. April 2020.

Das Hilfsprogramm gewähre den "ärmsten und schutzbedürftigsten Mitgliedern Zuschüsse zur Deckung ihrer IWF-Schuldenverpflichtungen für eine erste Phase in den nächsten sechs Monaten und wird ihnen helfen, mehr ihrer knappen finanziellen Ressourcen für lebenswichtige medizinische und andere Hilfsmaßnahmen zu verwenden", so IFW-Geschäftsführerin Kristalina Georgieva. Das Volumen der Erleichterungen beziffert der IWF auf 215 Millionen Dollar. In der Corona-Krise stehen dem IWF 500 Millionen Dollar zu Verfügung, angestrebt werden 1,4 Milliarden Dollar.

Neben Haiti, das als letztes lateinamerikanisches Land offiziel Coronavirus-Infektionen gemeldet hatte und bisher 40 positiv getestete Menschen zählt, werden Afghanistan, die Zentralafrikanische Republik, die demokratische Republik Kongo, Gambia, Madagaskar, Malawi, Mali, Mosambik, Nepal, Niger, Ruanda, Tadschikistan, Togo und Jemen Corona-Schuldendiensterleichterungen erhalten. Ebenfalls diese Woche bewilligte der IWF einen Corona-Hilfskredit für El Salvador in Höhe von 389 Millionen Dollar. 1,3 Milliarden IWF-Rettungsgelder wurden an Panama vergeben. Diese Woche beraten die G20-Länder über weitere Schuldenerleichterungen und deren Verlängerung auf zwei Jahre.  

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