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Geburtswohnung von Che Guevara wird verkauft

Die Geburtswohnung von Che Guevara im argentinischen Rosario soll verkauft werden. Pläne, die fast 100 Jahre alte Wohnung in der argentinischen Stadt Rosario in eine Gedenkstätte umzuwandeln, waren gescheitert.

Staute von Che Guevara. Foto: Pixabay

Ernesto Guevara, später als Revolutionär nur noch Che Guevara genannt, wurde 1928 in Rosario, heute Argentiniens drittgrößte Stadt, geboren. Das Haus, in dem er zur Welt kam, ist der spanischen Tageszeitung „El País“ zufolge eines der elegantesten der Stadt. Nun soll die Geburtswohnung verkauft werden. Die beiden Besitzer verlangen umgerechnet etwa 350.000 Euro. Sie möchten sich aufgrund ihres Alters von der Wohnung trennen.

Die Wohnung, in der Guevara zu Welt kam, ist mehr als 200 Quadratmeter groß. Eigentlich hatten die Eigentümer sie in eine kulturelle Stätte umwandeln wollen – doch die Nachbarn stellten sich gegen das Projekt. Das in französischem Stil gehaltene Haus wurde 1927 vom berühmten argentinischen Architekten Alejandro Bustillo erbaut.

Erst nach Ende der Militärdiktatur 1983 kehrte die Erinnerung zurück

Da die Eltern bereits im Dezember seines Geburtsjahres nach Buenos Aires zogen, verbrachte Ernesto Guevara nur wenige Monate in Rosario. Jahre später ging die Familie nach Córdoba. Viele Jahrzehnte lang geriet die Geburtsstätte des Che in Vergessenheit. Erst nach dem Ende der argentinischen Militärdiktatur im Jahr 1983 kehrte die Erinnerung zurück. 2002, Argentinien erlebte gerade mal wieder einen wirtschaftlichen Zusammenbruch, sah der italoargentinische Unternehmer Francisco Farruggia in der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ eine Verkaufsanzeige und erwarb die Wohnung. Geplant war, ein Kulturzentrum zu schaffen. Dort traten die Sänger und Sängerin wie Mercedes Sosa auf, eine bekennende Kommunistin.

In den vergangenen 18 Jahren konnten nur wenige Privilegierte die Wohnung besichtigen, der Allgemeinheit blieb der Zutritt verwehrt. Zu den Besuchern zählten Pepe Mujica, Ex-Präsident von Uruguay, und der 2011 verstorbene Biochemiker Alberto Granado. Mit diesem bereiste Ernesto 1951/52 auf dem Motorrad Südamerika – Vorlage für das Roadmovie des brasilianischen Regisseurs Walter Salles (2004), das in Deutschland unter dem Titel „Die Reise des jungen Che“ im Kino lief. Noch ist offen, wer das Haus nun kaufen wird. Für  Francisco Farruggia steht aber laut „El País“ fest, dass die historische Erinnerung an die Wohnung, in der Ernsto Guevara geboren wurde, lebendig gehalten werden soll. Die Immobilienfirma, die die Wohnung anbietet, unterschlägt in der Beschreibung dagegen, wer hier geboren wurde. (bs)

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