Mexiko |

Corona-Krise: Mexiko plant Autofabriken, Baustellen und den Bergbau wieder zu öffnen

In Mexiko sollen einige Fabriken demnächst wieder öffnen (Symbolbild: Tor einer Fabrik im Norden Mexikos). Foto: Achim Pohl/ Adveniat

Die Regierung Mexikos plant eine Wiedereröffnung wichtiger Wirtschaftszweige: Der Allgemeine Gesundheitsrat des Landes hat am Dienstag bewilligt, dass das Baugewerbe, der Bergbau und die Fabriken der LKW- und Automobilbranche künftig zu den "essenziellen Industrien" gezählt werden. Wie aus lokalen Medienberichten übereinstimmend hervorgeht, würde damit die Arbeit in diesen Bereichen nun langsam wieder hochgefahren. Aufgrund der Corona-Pandemie hatten nicht essenzielle Unternehmen am 30. März ihre Arbeit heruntergefahren.

Zum Schutz der Arbeitnehmer müssen sich alle Unternehmen nach der erneuten Öffnung an verpflichtende Gesundheitsmaßnahmen halten. Diese werden vom Gesundheitsministerium noch bekannt gegeben, wie es in der Mitteilung heißt. Wann genau  die Unternehmen ihre Tätigkeiten wieder aufnehmen dürfen, ist noch nicht klar. Präsident López Obrador will heute einen Plan zur schrittweisen Öffnung der Wirtschaft präsentieren. 

Die Politik der Lockerungen hat allerdings auch Gegner. In den vergangen Wochen protestierten immer wieder Fabrikmitarbeiter im Norden Mexikos gegen die Arbeitsbedingungen während der Corona-Pandemie. In einigen Fabriken hätten sich demnach Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. In Mexiko wächst indes die Zahl der Infizierten weiter. Mittlerweile zählt die Johns Hopkins Universität 38.324 Infizierte und 3.926  Tote. Am Dienstag registrierten die mexikanischen Behörden mit 353 Corona-Todesfällen den Tag mit den meisten Opfern seit Ausbruch der Pandemie. López Obrador kündigte an, er wolle dennoch eine Balance zwischen wirtschaftlichen Interessen und der Gesundheit der Mexikaner finden. 

Indes drängt die US-Regierung Mexiko, laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters, weiter auf eine schnelle Öffnung der Automobilproduktion. 80 Prozent der mexikanischen Exporte gehen in die USA. Vor allem für die US-Autoindustrie spielen die Fabriken im Norden Mexikos, die meistens als Zulieferer agieren, eine essenzielle Rolle für eine reibungslose Produktion. Aufgrund der Corona-Pandemie war die Produktion der Autoindustrie in Mexiko im April fast vollständig zum Erliegen gekommen.