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Chile: 500. Jahrestag von Magellans Durchsegelung der Meerenge

Vor 500 Jahren gelang dem portugiesischen Seefahrer, was Kolumbus nicht geschafft hatte: die Umsegelung des Globus. Am 21. Oktober 1521 fuhr er in die später nach ihm benannte Meerenge im tiefen Süden des amerikanischen Kontinents. 

Magellan, Seeweg

Ferdinand Magellan entdeckte den Seeweg um die Südspitze des amerikanischen Kontinents herum, die heute nach ihm Magellanstraße benannt ist. Bild: Internet Archive Book Images, CCO 1.0

Der Beweis war erbracht, dass die Erde rund ist und umsegelt werden kann. Kolumbus war fast 30 Jahre zuvor noch an dieser Aufgabe gescheitert. 1519 startete Ferdinand Magellan im Auftrag der spanischen Krone im andalusischen Sanlúcar de Barrameda, begleitet von mehr als 200 Mann in fünf kleinen Schiffen. Ihr Ziel war es, den Seeweg westlich zu den Molukken (heutiges Indonesien) zu finden, die seinerzeit als Gewürzinseln bekannt waren. Es ging mehr um Handel als um Missionierung, schreibt die spanische Zeitung „El País“. Die Seefahrer hatten keine Karten und keinerlei Vorstellung davon, wie lange ihre Reise dauern würde. Orientierung für die Fahrt gab der Stand der Sonne. Viele Abtrünnige waren bereits abgesprungen, als Magellan die Meerenge, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet, erreichte.

Beginn einer ersten Globalisierung?

Zum Gedenken an den 500. Jahrestag hat Spaniens Flotte das Schulschiff „Juan Sebastián Elcano“ ins chilenische Punta Arenas geschickt. Namensgeber ist ein Begleiter Magellans. Da die Stadt stark von Corona betroffen ist, konnten die Gastgeber der chilenischen Marine die spanischen Gäste nur von Land aus begrüßen. Am heutigen Mittwoch findet ein Gedenkakt statt, der die Begegnung zweier Welten vor 500 Jahren thematisiert. Das historische Ereignis wurde mit dem Betreten des Mondes durch Neil Armstrong 1969 verglichen. Spaniens Botschafter in Chile, Enrique Ojeda, sprach laut „El País“ sogar vom Beginn einer ersten Globalisierung. 

Indigene sehen in Magellan Wegbereiter der Kolonisierung 

Magellan und seine Begleiter benötigten für die Durchsegelung der später nach ihm benannten, rund 600 Kilometer langen Meerenge 38 Tage. Die Fahrt ist aufgrund eiskalter Polarwinde und tückischer Strömungen auch in heutiger Zeit eine große Herausforderung. Mehr als 43.000 Inseln bilden ein stimmungsvolles Panorama. Für den internationalen Handel verlor die Magellanstraße mit der Eröffnung des Panamakanals 1914 stark an Bedeutung. Obwohl Magellan kein Land für die spanische Krone in Besitz nahm, sehen die im Süden Chiles lebenden indigenen Völker in dem Portugiesen einen Wegbereiter des Kolonialismus. Das Volk der Selk’nam führt seit Jahren einen Streit mit dem chilenischen Staat, der das Volk als ausgestorben bezeichnet, obwohl es über 1.000 Angehörige zählt.

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