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Argentinien |

Buch "Bergoglios Liste" erscheint in deutscher Sprache

Das Cover der spanischsprachigen Ausgabe. Foto: Publicaciones Claretianas
Das Cover der spanischsprachigen Ausgabe. Foto: Publicaciones Claretianas

"Bergoglios Liste" heißt ein Buch, das die Rolle des heutigen Papstes und früheren argentinischen Jesuitenprovinzials Jorge Mario Bergoglio während der Militärdiktatur in dem südamerikanischen Land untersucht. Das Werk des italienischen Journalisten und Autoren Nello Scavo gibt der Freiburger Herder-Verlag im August heraus. Im Oktober war die italienische Ausgabe erschienen.

Scavo berichtet in dem Buch über Bergoglios Hilfen für Regimegegner. "Es wurden sicherlich mehr als 100 Personen von ihm gerettet", betonte der Journalist bei der damaligen Präsentation in Rom. Rund 20 Zeugenaussagen werden wiedergegeben. Nach Scavos Recherchen knüpfte Bergoglio ein Netz zur Unterstützung Verfolgter. Mittelpunkt war demnach das Jesuiten-Kolleg Maximo di San Miguel, wo Bergoglio Menschen versteckte und sie vor Mitbrüdern als Seminaristen ausgab. Seine Verbindungen habe er auch genutzt, um Menschen zur Flucht ins Ausland zu verhelfen.

Nach Bergoglios Wahl zum Papst waren Vorwürfe laut geworden, er habe sich während der Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 zu wenig für Verfolgte eingesetzt. Der damals gefolterte Jesuit Franz Jalics hatte ihn zunächst beschuldigt, für die damalige Verhaftung mitverantwortlich gewesen zu sein. Später zog Jalics die Behauptung zurück und entlastete den heutigen Papst völlig. Er sei selbst getäuscht worden und Fehlinformationen aufgesessen.

Auch der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel entlastete Franziskus vom Vorwurf der Kooperation mit den Militärs. Bergoglio sagte 2010 in einem Interview, er habe sich während der Diktatur für bedrohte Seminaristen und Priester eingesetzt. Dabei habe er mit den Junta-Führern General Jorge Videla und Emilio Massera gesprochen, um sich für Betroffene einzusetzen. Eine gleichlautende Aussage machte er 2010 als Zeuge vor Gericht. Scavos Buch bestätigt das Treffen. Während der Militärherrschaft verschwanden in Argentinien rund 30.000 Menschen.

Quelle: KNA

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