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Brasiliens Justiz erlässt Haftbefehl gegen Ex-Präsident Cartes

(Symbolbild) Ex-Präsident von Paraguay Horacio Cartes. Foto: Horacio Cartes, Cancillería del Ecuador, CC BY-SA 4.0 

Brasiliens Justiz hat gegen Paraguays Ex-Präsident Horacio Cartes (2013-2018) einen internationalen Haftbefehl wegen dringendem Verdacht auf Geldwäsche erlassen. Wie die paraguayische Tageszeitung "ABC Color" am Dienstag, den 19. November 2019 berichtet, unterhalte der ehemalige Staatschef engste Verbindungen mit dem Korruptionsnetzwerk um den Lava-Jato-Skandal - einem milliardenschweren Korruptionsfall, in den unter anderem das brasilianische Erbländernehmen Petrobras und zahlreiche Politiker verwickelt waren. Cartes habe einem der Hauptverdächtigen geholfen, vor den Strafverfolgungsbehörden zu fliehen, informiert das Blatt.

Cartes werde verhaftet, sobald er die Landesgrenzen überschreite. Der brasilianische Bundesrichter Stanley Valeriano forderte die Behörden in Paraguay in einem Radiointerview zu eigenen Ermittlungen auf. "Es gibt ein Verfahren internationalen Rechts, das besagt, dass die Staaten gezwungen sind anzuklagen oder auszuliefern", so der Bundesrichter gegenüber "ABC Cardinal 730 AM". Der Anwalt von Cartes erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, sein Mandant habe "keine geschäftlichen Beziehungen" zum Geldwäscher Darío Messer.

Der Devisenhändler Messer war 2014 nach Paraguay gezogen, nachdem der Korruptionsskandal "Lava Jato" um Bestechungen von Politikern in ganz Lateinamerika durch den Baukonzern Odebrecht bekannt geworden war. Im Nachbarland kaufte er sich ein Haus und erhielt die paraguayische Staatsbürgerschaft. 2018 erließ Brasiliens Justiz einen Haftbefehl gegen Messer, dem zunächst die Flucht gelang. Im Juli 2019 wurde er verhaftet. In seinem Telefon seien Gespräche mit Cartes gefunden worden, in denen er diesen als "Boss" bezeichnet. Auf Wunsch Messers habe Cortes eine halbe Million US-Dollar an diesen gezahlt. Cortes ist selbst Unternehmer, Millionär und steht seit langem im Verdacht, sein Vermögen mit illegalen Geschäften gemacht zu haben. (bb)

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