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Brasilien: Illegaler Handel mit bedrohten Zierfischen blüht

Ermittler haben im April ein globales Netzwerk für den Schmuggel mit Zierfischen aufgedeckt. Dabei wurde deutlich: Nicht nur teure exotische Fische stehen im Visier der Händler, auch preiswertere Arten, wie der vom Aussterben bedrohte Killifisch, sind begehrt.

Killifische stehen in Brasilien unter Naturschutz. Foto: Striped Killifish, John Lee - Northeast Coastal - Barrier Network, CC BY-SA 4.0

Killifische stehen in Brasilien unter Naturschutz. Foto: Striped Killifish, John Lee - Northeast Coastal - Barrier NetworkCC BY-SA 4.0

Ende April gingen dem "US Fish and Wildlife Service" und der brasilianischen Polizei Hunderte Exemplare des Killifischs ins Netz, der auch unter dem Namen Eierlegender Zahnkarpfen bekannt ist. Es handelt sich um eine vom Aussterben bedrohte Art. Schauplatz war der US-Botschaft in Brasilien zufolge der Bundesstaat Maryland. Wie die Website der Stiftung InSight Crime berichtet, kam es zu weiteren Razzien im Bundesstaat Iowa sowie in Los Angeles. 

Handel über Onlineplattformen 

Bei internationalen Ermittlungen in Brasilien, den USA und Europa wurde im April ein globales Netzwerk von Schmugglern aufgedeckt: Mehr als 80 Verdächtige aus 24 Ländern, die mit den stark gefährdeten Killifischen offenbar über Onlineplattformen Handel treiben. Der brasilianischen Polizei zufolge fanden sich die Täter in Social Media-Gruppen und Vereinen von Tierfreunden zusammen. Die Killifische kommen auf allen Kontinenten vor, weltweit sind 1.270 Arten bekannt. Die Händler fangen die Fische illegal in Nationalparks und anderen Schutzgebieten, in den USA, Südamerika, Afrika und Europa. Nachdem die Tiere über Onlineplattformen verkauft wurden, werden sie per Post zu Käufern in aller Welt geschickt. 

Brasilianische Zierfische weltweit begehrt

Brasilianische Zierfische seien seit langem auf den internationalen Märkten begehrt, so InSight Crime. Die starke Nachfrage nach Killifischen zeige, dass inzwischen auch preiswertere Fischarten ins Visier der Schmuggler gelangt seien. Die Killifische sind zum einen bekannt dafür, sich an extreme Bedingungen anpassen zu können, zum anderen gilt ihre Zucht als ausgesprochen schwierig. In Zoogeschäften findet man die Tiere in der Regel nicht. Wilderer fangen sie für Fischfreunde und Forscher. Bei legalem Verkauf in US-Zoogeschäften erzielen Exemplare einen Preis von 5 bis 22 Dollar. Schmuggler besitzen häufig zahlreiche Aquarien mit Hunderten von Fischen und verkaufen auch Eier. Die Sendungen aus Brasilien gehen zum Beispiel nach China, Russland oder Deutschland. Dass der Versand auch gesundheitliche Risiken birgt, ist vielen Käufern nicht bewusst. Es können zum Beispiel Krankheiten übertragen werden. 

Auch beim illegalen Handel mit exotischen Zierfischen aus dem Amazonasgebiet sollen Milliarden Dollar schwere Umsätze gemacht werden. Von 2012 bis 2019 gelangten über 30 Fischarten aus Brasilien illegal in Aquarien in Asien, Europa und den USA. Problematisch ist, dass sich der legale Handel mit Zierfischen häufig nicht sauber vom illegalen Handel trennen lässt. Die Kontrolle ist selbst für Zollbeamte mitunter schwierig.

2020 kam es in Brasilien zu einer einschneidenden Veränderung bei der Regulierung des Exports von Zierfischen. 1998 hatte die Umweltbehörde Ibama eine Liste mit über 700 Fischarten veröffentlicht. Diese „Positivliste“ führte die Arten auf, deren Export erlaubt war. Im vergangenem Jahr ist Brasilien zu einer „Negativliste“ übergegangen. Die Liste der vom Export ausgenommenen Fischarten enthält derzeit 407 Arten. Von diesen leben 97 im Meerwasser.

bs (insightcrime, g1.globo, my-fish)

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