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Brasilien: Ein Halleluja und Hilfe für Obdachlose in Rio

In Rio de Janeiro organisiert die katholische Kirche einen Freiluftgottesdienst und medizinische Hilfe für Obdachlose und setzt damit inmitten der Pandemie ein Zeichen der Nächstenliebe.

Brasilien, Rio de Janeiro, medizinische Hilfe, Obdachlose

Beim "Festival Halleluja" in Rio de Janeiro wird gemeinsam Gottesdienst unter freiem Himmel gefeiert. Anschließend erhalten die Obdachlosen medizinische und andere Hilfe. Foto: Ramona Samuel

Der Schauplatz ist mit Bedacht gewählt: Die „Arcos“ im Stadtteil Lapa in Rio de Janeiro gelten als ein Treffpunkt für die Ärmsten der Armen. Die weißen Bögen des Aquädukts bieten bei Regen wie bei großer Hitze Schutz gegen die Witterung. Deswegen haben sich hier in einem Teil der Arcos Obdachlose ein behelfsmäßiges Zuhause eingerichtet. 

Nicht nur sie sind gekommen an diesem Sonntag im Dezember, sondern mehr als 500 Menschen, die keinen festen Wohnsitz mehr haben. Die Obdachlosen sind in Zeiten der Corona-Pandemie besonders schutzlos. Wie und wo die Hygieneregeln einhalten, wenn es keinen Zugang zu sauberem Wasser, zu Seife oder zu kostenfreien Masken gibt? 

Den Wert der humanitären Hilfe aufrechterhalten

Die katholische Kirche in Rio de Janeiro hat deshalb zum „Festival Halleluja“ eingeladen. Ein Mix aus aktiver Hilfeleistung, Seelsorge und Gottesdienst. „Wir haben seit langer Zeit ein Programm, das heißt 'Mission Liebe, die heilt'", sagt Franziskanerpater Paulo Batista (36). Konkret heißt das an diesem Sonntag erst einmal medizinische Grundversorgung. Es werden Corona-Tests gemacht, Blut abgenommen, Werte ermittelt. Dabei helfen Freiwillige, die sich – obwohl in der Pandemie ohnehin schon gefordert – noch einmal extra Zeit für die Ärmsten der Armen nehmen.

Für viele Wohnungslose ist es überhaupt das erste Mal seit sehr langer Zeit, dass sich geschultes medizinisches Personal um sie kümmert. Es gibt auch Lebensmittelspenden und Unterstützung für das Leben auf der Straße. „Die Pandemie kann die Nächstenliebe nicht verbieten, die Nächstenliebe ist stärker als die Pandemie“, sagt Franziskanerpater Paulo Batista, einer der Organisatoren dieses Tages. „Die große Herausforderung ist es, in diesen Zeiten der körperlichen Distanz mit den ganzen persönlichen Schutzmaßnahmen den Wert der humanitären Hilfe aufrecht zu erhalten. Wie gelingt es uns, trotz der physischen Distanz, menschliche Wärme auszustrahlen? Das ist die große Frage in dieser Zeit“, sagt Pater Batista.

Einer der gekommen ist, um Hilfe zu erfahren, ist Carlos Ivan Rossi (56). „Für uns Menschen, die sich in einer Situation größter sozialer Verwundbarkeit befinden, ist eine solche Aktion von größter Bedeutung. Es gibt hier für uns Hilfe. Sie geben uns Lebensmittel, Decken, Kleidung. Und das alles in einer geordneten Form ohne Tumulte.“ Die Zeiten seien härter geworden, berichtet Rossi. „Es leben heute viele Menschen auf der Straße, viele, die vorher Berufstätige, Taxi-Fahrer, Bauarbeiter, Elektriker waren.“ Deswegen ist es keine Überraschung, dass so viele erschienen sind.

Gottesdienst unter freiem Himmel

Viele sind auch gekommen, um endlich wieder einmal gemeinsam einen Gottesdienst feiern zu können. Auch deshalb findet die Veranstaltung hier auf dem großen Platz unter freiem Himmel statt. Weil er die Möglichkeit bietet, Abstand zu halten, und alle halten sich daran. Die Seelsorge ist die andere Form, Hilfe und Heilung anzubieten, sagt Pater Batista. Denn die Not habe tiefe Narben auf der Seele hinterlassen. Und die sei nur mit Nächstenliebe zu lindern.

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