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Bolsonaro kündigt Enthüllungen über illegale Holzexporte an

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro will die Namen von Ländern enthüllen, in die illegal geschlagene Edelhölzer aus dem Amazonas exportiert wurden. Darunter befinden sich wohl auch Länder, die Brasilien aufgrund der Abholzung des Regenwaldes scharf kritisiert hatten.

Amazoans-Regenwald. Foto: Florian Kopp/ Adveniat

Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro will nach eigenen Angaben in den nächsten Tagen enthüllen, welche Länder illegal geschlagene Edelhölzer aus der Amazonasregion importiert haben. Unter den Käufern seien Länder, die ihn wegen seiner Umweltpolitik in Amazonien scharf kritisieren, erklärte Bolsonaro laut brasilianischen Medienberichten bei einem virtuellen Gipfel der BRICS-Länder am Dienstag. Vermutet wird, dass sich der Präsident auf eine Aktion der Bundespolizei beruft, die 2017 unter anderem Exporte nach Deutschland beschlagnahmten.

"Einige dieser Länder gehören zu meinen schärfsten Kritikern in Sachen Amazonien", so Bolsonaro am Dienstag. Besonders mit Frankreich und Deutschland hatte es wegen hoher Abholzungsraten und ausufernder Brände in Amazonien zuletzt diplomatische Spannungen gegeben. Deutschland und Norwegen setzen den von ihnen finanzierten "Amazon Fund" auf Eis, der Waldschutz in Amazonien finanziert.

Illegales Tropenholz nach Europa, Asien und USA

Die Zeitung "Folha de S. Paulo" spekuliert, dass sich Bolsonaro auf die Operation "Arquimedes" der Bundespolizei bezieht. Diese hatte 2017 im Hafen von Manaus mehr als 400 Container mit rund 10.000 Kubikmetern Tropenholz ohne legales Ursprungszeugnis sichergestellt, die nach Europa, Asien und in die USA exportiert werden sollten. Laut der "Folha" sollten 120 Container mit rund 2.400 Kubikmetern nach Deutschland, Frankreich, Belgien, Dänemark, Italien, die Niederlande Großbritannien und Portugal verschifft werden.

Die Ermittlungen der brasilianischen Justiz haben ein Netzwerk aus korrupten Holzhändlern und Beamten aufgedeckt, die an dem illegalen Schema mitverdienen. Im Februar wurde der Miteigentümer eines Holzhandels zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt. Insgesamt wurde gegen 65 Personen Anklage erhoben. Über eine Beteiligung ausländischer Importeure oder gar "Länder", wie es Bolsonaros Ausführungen nahelegen, wurde bislang nichts bekannt.

Auch an anderer Stelle wirken die Ausführungen des Präsidenten unschlüssig. So erklärte Bolsonaro, dass die Bundespolizei eine Methode zur DNA-Analyse des Holzes entwickelt habe, was zu den Enthüllungen über die illegalen Exporte beigetragen habe. Allerdings würde diese Analyse den Ursprungsort des Holzes ausweisen, also die Amazonaswälder, und nicht das Zielland der Exporte.

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