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Bischof begrüßt erste Homo-Ehe in Costa Rica

LGBTQI, Regenbogenfahne, Homo-Ehe

In Costa Rica ist seit dem 26. Mai 2020 die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert. Symbolbild (Regenbogenfahne): Flickr, CCO 1.0

Ein katholischer Bischof in Costa Rica hat die erste gleichgeschlechtliche Ehe in Costa Rica begrüßt. "Wir müssen tolerant sein, wir leben in einer offenen Gesellschaft", sagte Bischof Bartolome Buigues Oller aus Alajuela laut einem Bericht der Tageszeitung "Nacion" am Mittwoch, 27. Mai 2020. "Ich glaube, dass sich dort, wo es Zuneigung und eine Familie in irgendeiner Form gibt, Gott manifestiert und das müssen wir fördern." Für die katholische Kirche sei eine Ehe der Bund zwischen einem Mann und einer Frau, "aber es erfreut uns, dass auch andere Paare zivile Rechte haben", so der Bischof weiter.

In Costa Rica war am Dienstag die erste gleichgeschlechtliche Ehe geschlossen worden. Unmittelbar nach Mitternacht gaben sich laut der Zeitung "El Mundo" Daritza Araya und Alexandra Quiros das Ja-Wort. Die Zeremonie wurde live im Fernsehen übertragen. Neben Araya und Quiros heirateten am Dienstag acht weitere Paare - allerdings ohne große Feierlichkeiten aufgrund der in Costa Rica geltenden Hygienebeschränkungen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Bislang haben sich in dem mittelamerikanischen Land fast 1.000 Menschen mit SarsCovid-19 infiziert.

Gerichtsurteil beendete Streit um Homo-Ehe

Um die Zulassung der Homo-Ehe tobt in Costa Rica seit Jahren ein heftiger Streit. Im Januar 2018 hatte der Interamerikanische Gerichtshof Costa Rica und den Rest Lateinamerikas aufgerufen, die Rechte gleichgeschlechtlicher Partnerschaften anzuerkennen. Daraufhin initiierten Gegner und Befürworter gleichgeschlechtlicher Eheschließungen Straßenproteste. Am 8. August 2018 entschied der Oberste Gerichtshof von Costa Rica, dass die Regierung die gleichgeschlechtliche Ehe legalisieren müsse.

Staatspräsident Carlos Alvarado begrüßte die Entwicklung: "Heute feiern wir die Freiheit, die Gleichheit und die demokratischen Institutionen", betonte er. Der Abgeordnete Enrique Sánchez von der Regierungspartei PAC (Partido Acción Nacional) sagte: "Dies wird der wichtigste kulturelle Wandel im Land seit der Frauenwahl (1950) sein. Homo-Ehen sind inzwischen in einigen Ländern Lateinamerikas erlaubt, unter anderem in Argentinien, Kolumbien, Uruguay, Brasilien sowie Mexiko-Stadt.

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