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AMLO will Tourismus mit "Maya-Zug" fördern

Die Ruinen von Palenque zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen der Maya-Kultur in Mexiko. (Foto: Adveniat/Hoch)
Die Ruinen von Palenque zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen der Maya-Kultur in Mexiko. (Foto: Adveniat/Hoch)

Die Bauzeit veranschlagt AMLO auf maximal vier Jahre. Der „Tren Maya“ wird Ziele wie Tulum, Chichen Itzá und Palenque ansteuern.

Erstaunlicherweise zählte Mexiko im vergangenen Jahr trotz der angespannten Sicherheitslage vier Millionen Touristen mehr. AMLO hatte schon während des Präsidentschaftswahlkampfes von dem Projekt „Tren Maya“ gesprochen.

Kultureller Reichtum

 

Nun stellte er Details zu dem ehrgeizigen Vorhaben vor. Touristen sollen künftig mit der Eisenbahn durch fünf mexikanische Bundesstaaten reisen können: Tabasco, Campeche, Chiapas, Yucatán und Quintana Roo. Der Südosten Mexikos stellt ein wirtschaftliches Sorgenkind dar. López Obrador hob die kulturelle Bedeutung der an archäologischen Schätzen aus der Maya-Zeit reichen Region vor. Die Bauarbeiten könnten bereits 2019 beginnen. AMLO hatte bislang nur eine 830 Kilometer lange Strecke von Cancún nach Palenque in Aussicht gestellt, Nun soll eine westliche Strecke dazukommen, so dass ein Rundkurs entstünde. Das betroffene Land ist überwiegend im Besitz des mexikanischen Staates.

 

Finanzierung privat und staatlich

 

Der künftige Präsident veranschlagt die Kosten mit umgerechnet 6,2 bis 7,8 Milliarden Dollar. Für den ursprünglichen Plan waren es 3,2 Milliarden Dollar.

Die spanische Zeitung „El País“ nennt zur Einordnung die Kosten für den Bau des Terminals 2 des Flughafens von Mexiko-Stadt, die sich mit 8,6 Milliarden Dollar in einer ähnlichen Größenordnung bewegt hätten. Die Finanzierung soll mit Hilfe privater Investoren und Einnahmen aus der Tourismussteuer gestemmt werden. Mexiko begrüßte 2017 fast 40 Millionen Besucher. Der Tourismus trägt zum Bruttoinlandsprodukt 8,7 Prozent bei.

 

Bislang erst eine Touristen-Eisenbahn in Mexiko

 

AMLO zufolge wird für das Projekt Tren Maya ein Teil der südöstlichen Streckenabschnitte genutzt, die Mexikos legendärer Präsident Lázaro Cárdenas (1934 1940) errichten ließ, um die Halbinsel Yucatán mit dem Zentrum Mexikos zu verbinden. Die Einweihung allerdings fand erst 1950 statt, Präsident war Miguel Alemán. Bislang gibt es in Mexiko nur eine Touristeneisenbahn, den Ferrocarril Chihuahua al Pacífico, kurz Chepe genannt, im Nordwesten des Landes. Reisende fahren auf einer Strecke von 673 Kilometern Länge an spektakulären Landschaften wie dem Kupfer-Canyon vorbei. (bs)