
Foto: Baumgarten/Museum Folkwang
Am Ende der 1970er Jahre lebte Lothar Baumgarten unter den Yãnomãmi des Oberen Orinoco, in den Wäldern der Wasserscheide zwischen Venezuela und Brasilien. Während 18 Monaten teilte er das Leben der Indigenen von Kashorawë- und Yapitawë-theri, zwei Yãnomãmi Gemeinschaften, die zu klein geworden waren um sich noch gegen ihre zunehmend feindlichen Nachbarn verteidigen zu können.
Baumgarten kam in Kontakt mit diesen halbsesshaft lebenden Gruppen, als sie gerade näher an den Orinoco gezogen waren. Er begleitete die jagend und sammelnd durch die Wälder ziehende Gemeinschaft der 84 Yãnomãmi bei ihren täglichen Unternehmungen: Besuchen anderer Shapono zu festlichen Ritualen, der aufwendigen Pflege ihrer politischen Allianzen, dem ihnen bis dahin fremden Bootsbau, der täglichen Praxis der Schamanen und kriegerischen Rachezügen gegen ihre neuen und alten Nachbarn. Baumgarten war schon bald in den Tauschhandel der Yãnomãmi miteinbezogen, aus dem die umfangreiche Sammlung hervorging.
Die während jener Zeit vor Ort gegen Naturalien getauschten ethnographischen Gegenstände und die Fülle entstandener Zeichnungen der Yãnomãmi auf Papier, wie auch die umfangreichen Ton- und Filmdokumente werden in der Präsentation von fotografischen Sequenzen begleitet.
Veranstaltungstermin und -ort: 26.11.2011 bis 27.05.2012 im Museum Folkwang Essen, Museumsplatz 1, 45128 Essen. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Museum Folkwang.