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07.02.2012

Mexiko

Fälschungssichere Tickets für Papstbesuch

300.000 Tickets gedruckt.

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07.02.2012

Bolivien

Volksbefragung im Naturpark

US-Studie kritisiert Straßenbau-Gegner.

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07.02.2012

Mexiko

Vázquez Mota ist Kandidatin der PAN

Sie will erstes weibliches Staatsoberhaupt werden.

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07.02.2012

Argentinien

Kommission für Indigenenpastoral begrüßt Proteste

Tagebergbau nicht einzige Entwicklungsform.

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07.02.2012

Brasilien

Polizeistreik stürzt Bahia ins Chaos

Brasiliens nordöstlicher Bundesstaat Bahia befindet sich derzeit im Ausnahmezustand. Seit einer Woche streiken Teile der für die öffentliche Sicherheit zuständigen Landespolizei "Policia Militar". Sie fordern massive Lohnerhöhungen und Vergünstigungen. Um die öffentliche Ordnung zu gewährleisten, wurden von der Bundesregierung alleine in die Landeshauptstadt Salvador bisher gut 3.000 Elitesoldaten entsendet. Dort könnte es zu einem blutigen Showdown mit Polizisten kommen, die sich im Parlamentsgebäude verschanzt haben.

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01.04.2010

Brasilien

Wirtschaft für die Menschen – nicht umgekehrt

Seit mehr als 40 Jahren gibt es in Brasilien die Geschwisterlichkeitskampagne. Sie findet immer zur Fastenzeit statt und beschäftigt sich mit einem ausgewählten Thema, das die Menschen gerade besonders berührt. Während der Kampagne und insbesondere an Ostern werden Spenden gesammelt, die sozial engagierten Institutionen zukommen. Blickpunkt Lateinamerika sprach mit dem Generalsekretär der brasilianischen Bischofskonferenz, Dom Dimas Lara Barbosa, über die Geschwisterlichkeitskampagne und eine nationale Kampagne gegen Gewalt.

 

Was ist das Ziel der Geschwisterlichkeitskampagne?

Das Ziel der Kampagne ist, die Gläubigen zu einem guten Leben während der Fastenzeit zu bewegen. Etwas ganz besonderes dabei ist auch ihre Verbreitung bis in die kleinsten Gemeinden des Landes. Die Verbreitung reicht von der Bevölkerung des Amazonasgebietes bis zu den Menschen aus den bewachten Wohnkomplexen, der großen Städte bis hin zum Nationalkongress, wo festliche Vorführungen in Anlehnung an die Geschwisterlichkeitskampagne stattfinden. Selbst Universitäten und Schulen bringen sich ein, um das Thema zu reflektieren.

In der Vergangenheit waren zum Beispiel Thema die Agrarreform, die Region Amazonien oder auch die Afro-Brasilianer. Dieses Jahr heißt das Thema „Wirtschaft und Leben“.

Das Thema der Wirtschaft ist ohne Zweifel ein mehr als aktuelles Thema. Nicht nur aufgrund der aktuellen Finanzkrise, die erst nach der Wahl des Themas eingetreten ist, sondern weil es ein grundlegendes Thema ist, von dem viele andere Themen abhängen. Zum Beispiel in Bezug auf Arbeitsplätze, Gewalt, Frauen, Familie und Verkehr. All diese Themen haben mit der eigenen Vorstellung eines wirtschaftlichen Modells und der Entwicklung zu tun, inklusive des eigenen Überlebens auf unserem Planeten anhand eines nicht ausschließlich wirtschaftlichen Modells.

Auch wir in Deutschland diskutieren seit dem Beginn der weltweiten Krise viel über das Thema Wirtschaft und wie wir mit Geld umgehen. Welche Impulse zum Thema Wirtschaft möchten Sie mit der Geschwisterlichkeitskampagne geben?

Es wird gezeigt, dass Wirtschaft eine Unterstützung für das Lebens ist. Dass Wirtschaft für den Menschen existiert und nicht umgekehrt. Es werden Konsequenzen der Vergöttlichung des Geldes aufgezeigt, wenn man sich Wirtschaft ohne jeglichen ethischen Bezug denkt, wenn nämlich der höchste Wert des Geldes nur noch der eigentliche Gewinn ist. Zur gleichen Zeit werden Modelle einer solidarischen Wirtschaft, einer Wirtschaft des Teilens vorgestellt und Prozesse von Vereinigungen, Kooperationen und Familien vorgestellt, die gute Resultate erzielt haben. Sie geben das Geld mit eigener Verantwortung für ein sozial verträgliches Leben aus.

Neben der Geschwisterlichkeitskampagne gibt es auch eine aktuelle Kampagne gegen Gewalt, die Ende 2009 ins Leben gerufen wurde. Bei der Kampagne stehen Jugendliche im Mittelpunkt. Wie kam es zu der Kampagne?

Die Idee stammt der Jugendpastoral der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB), vertreten durch Padre Jsley, welcher viele Jahre lang Jugendseelsorger der CNBB war. Er wurde letztes Jahr auf sehr gewalttätige Weise ermordet. Das war eine oder vielleicht die letzte Idee, die er auf der Versammlung der Beiräte präsentiert hat und die die Konferenz unterstützen wollte. Die Kampagne beschäftigt sich mit der Tatsache, das Jugendliche in unserem Land zu Opfern werden.

Also nicht nur Opfer von Kriminalität sondern insofern Opfer einer Ausweglosigkeit, die die Jugendlichen dann wiederum gewalttätig macht?

In Brasilien sind hauptsächlich Jugendliche Opfer von Gewalt. An vielen Orten der großen Städte ist die qualitative Lebenserwartung eines Jugendlichen sehr gering, weil die Arbeitslosigkeit hoch ist, weil es keine angemessene Bildung und Ausbildung gibt und sie häufig in organisierte Kriminalität und Drogenhandel verwickelt werden. Jugendliche konsumieren Drogen und steigen später in den Drogenhandel ein.

Wie wird die Kampagne gegen Gewalt umgesetzt?

Die Idee dieser Kampagne kam auf als Ergebnis verschiedener Reflexionen in den verschiedenen Sektoren der Jugendpastoral und in den Instituten der Jugend- und Bildungszentren. Zum Beispiel „CaJu – Casa da Juventude“ aus Goiânia. Aber genauso gibt es in anderen großen Städten diese Bildungszentren, in denen Personen, die sich in der Arbeit mit Jugendlichen spezialisiert haben, zusätzliche Veranstaltungen und Kurse anbieten. Sie geben Hilfestellung und bereite Material vor, das von Jugendgruppen und Vertretern der Jugendpastoral in den verschiedensten Regionen des Landes genutzt werden.

Interview: Norbert Bolte und Julia Mahncke, Übersetzung: Franziska Donay

Hören Sie die erste Hälfte des Interviews im Original:

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