Inmitten von Protesten kolumbianischer Unternehmer, Bauern und Gewerkschaften ist am 15. Mai das bilaterale Freihandelsabkommen mit den USA in Kraft getreten. Demonstrationen gegen das Abkommen an den öffentlichen Universitäten zwangen die Behörden am 15. Mai zur Schließung der Einrichtungen. Zudem kamen bei einem Bombenanschlag auf einen ehemaligen Innen- und Justizministers zwei Leibwächter ums Leben.
In Mexiko ist offenbar ein Grossreinemachen der Streitkräfte im Gange. In den vergangenen Tagen wurden ranghohe Offiziere unter dem Verdacht der Verwicklung in den Drogenhandel festgenommen. Sie kommen vorübergehend für 40 Tage in Untersuchungshaft unter dem Vorwurf des Organisierten Verbrechens.
Am 12. Oktober erhebt sich zum 11. Mal der „Aufschrei der Ausgegrenzten“.
Ein ganzer Kontinent erhebt Jahr für Jahr am 12.Oktober seine Stimme. Es ist der „Aufschrei der Ausgegrenzten“ (Grito de los excluídos), der 1996 als Nationalkampagne in Brasilien begann und sich inzwischen zu einem Zusammenschluss von 22 Ländern entwickelt hat. „Für Arbeit, Gerechtigkeit und das Leben“ ist der Leitspruch, unter dem ein ganzes Volk auf Situationen der Ausgrenzung aufmerksam macht und nach Wegen aus diesem Missstand sucht.
Haitianer stehen auf für den Auszug der ausländischen Militärtruppen aus ihrem Land. In Panama steht die Forderung nach Recht auf Wasser an erster Stelle. Kubaner kämpfen gegen die Militarisierung des Kontinentes. In Paraguay gehen die Menschen für mehr Wohnraum auf die Straße.
Der Koordinator der diesjährigen Aktion, Luiz Basegio, freut sich über den wachsenden Mut und die klaren Forderungen der Teilnehmer. „Die Menschen verlieren die Angst sich auszudrücken“, so der brasilianische Theologe, „sie werden immer erfindungsreicher und mutiger ihre Stimme zu erheben und ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen.“ Der „Aufschrei der Ausgegrenzten“ habe in den vergangenen Jahren Organisationen und soziale Bewegungen für sich gewinnen können. Gleichzeitig versuchten viele Regierungen das Engagement der Menschen zu unterbinden.