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22.05.2012

Bolivien

Mehr TV und Radio

Regierung baut Medienlandschaft aus.

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22.05.2012

Lateinamerika

Demografischer Wandel verstärkt Armut im Alter

Mehr als die Hälfte der über 60-Jährigen ohne Rente.

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22.05.2012

Mexiko

Jährlich über 14.000 Tote durch Luftverschmutzung

Schärfere Reinheitsvorschriften gefordert.

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22.05.2012

Kolumbien

Freihandelsabkommen mit den USA in Kraft getreten

Inmitten von Protesten kolumbianischer Unternehmer, Bauern und Gewerkschaften ist am 15. Mai das bilaterale Freihandelsabkommen mit den USA in Kraft getreten. Demonstrationen gegen das Abkommen an den öffentlichen Universitäten zwangen die Behörden am 15. Mai zur Schließung der Einrichtungen. Zudem kamen bei einem Bombenanschlag auf einen ehemaligen Innen- und Justizministers zwei Leibwächter ums Leben.

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21.05.2012

Mexiko

Drei Generäle der mexikanischen Streitkräfte verhaftet

In Mexiko ist offenbar ein Grossreinemachen der Streitkräfte im Gange. In den vergangenen Tagen wurden ranghohe Offiziere unter dem Verdacht der Verwicklung in den Drogenhandel festgenommen. Sie kommen vorübergehend für 40 Tage in Untersuchungshaft unter dem Vorwurf des Organisierten Verbrechens.

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12.08.2011

Brasilien

Wasserkraftwerke belasten das Klima

Philip Fearnside / INPA

Der seit Jahrzehnten in Brasilien arbeitende US-Biologe Philip Fearnside nennt gegen die umstrittenen Wasserkraftwerke ein in der Öffentlichkeit eher unbekanntes Argument: Sie tragen - entgegen ihrem sauberem Image - stark zum Treibhauseffekt bei.

Sie kommen in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Wasserkraftwerke viermal so viele Treibhausgase absondern wie angenommen. Was hat es damit auf sich?

Die Untersuchung zeigt, dass die Berechnungen des Energieunternehmens Eletrobrás mathematische Fehler aufwiesen. Einer bestand darin, dass die Emission von Methangas angeblich abnimmt, in Wirklichkeit steigt sie aber. Im Wasser sind Treibhausgase in großer Menge konzentriert, die Turbinen von Wasserkraftwerken führen zu ihrer Emission. Die Wasserkraftwerke im Amazonasgebiet sondern mehr Treibhausgase ab, als sie Energie erzeugen. Schätzungen zufolge würde es ohnehin 41 Jahre dauern, bis die Wasserkraftwerke Belo Monte und Babaquara beginnen, einen industriellen Nutzen abzuwerfen. Bis dahin aber kommen eben die Gas-Emissionen noch dazu. Das Argument der brasilianischen Regierung, es würde „grüne Energie“ erzeugt, ist falsch. Die Emission von Treibhausgasen muss umgehend kontrolliert werden, denn der amazonische Regenwald ist in Gefahr.

Wie kann es überhaupt zur Emission von Treibhausgasen aus Wasserkraftwerken kommen?

Die Treibhausgase werden auf verschiedene Weise freigesetzt. Das Methangas zum Beispiel durch das Wasser, das aus den Turbinen kommt. Kohlendioxid entsteht, wenn Blätter und Pflanzen an den Ufern der Flüsse verfaulen. Auf diese Gase entfallen etwa 20 bis 30 Prozent aller Emissionen. Es besteht ein Unterschied zwischen einem Wasserkraftwerk, das in einem See gebaut wird und einem, das im Regenwald liegt. Wasserkraftwerke in tropischen Regionen sondern mehr Treibhausgase ab. Eine Tonne Methangas hat übrigens die gleiche Wirkung wie eine Tonne Kohlendioxid. Einer neueren Studie zufolge ist Methan sogar 104 mal so umweltbelastend wie Kohlendioxid.

Gibt es Schätzungen, wie viele Treibhausgase Belo Monte absondern wird?

Belo Monte zusammen mit dem Staudamm Babaquara wird im ersten Jahrzehnt des Betriebs meinen Berechnungen nach 11,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre absondern – jedes Jahr. Eine Studie aus dem ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts zählte übrigens 217 Wasserkraftwerke in Brasilien, die eine Fläche von 33.000 Quadratkilometern einnahmen – das entspricht etwa der Größe Belgiens, ein Gebiet, das vollständig von Wasser bedeckt ist.

Welche Auswirkungen wird der Bau von Belo Monte Ihrer Einschätzung nach haben?

Belo Monte wird sich für Brasilien als großes wirtschaftliches Problem herausstellen. Denn die Wassermenge, die der Rio Xingu führt, unterliegt im Verlauf des Jahres erheblichen Schwankungen. Zum Höhepunkt der Hochwasserperiode ist es im Vergleich mit der Trockenperiode die 60fache Menge. Im Prinzip reicht das Wasser während vier Monaten nicht aus, um die Turbinen anzutreiben. Und die Turbinen sind die teuersten Bestandteile eines Wasserkraftwerks. Daher kostet es sehr viel Geld, wenn sie nicht in Betrieb sind.

Dennoch plant die brasilianische Regierung weitere Wasserkraftwerke am Rio Xingu, die Auswirkungen auf den Lebensraum Indigener und die Regenwälder haben werden. Und natürlich für noch mehr Treibhausgase sorgen. Im ursprünglichen Plan für Belo Monte war aber keine Rede von weiteren Wasserkraftwerken. Regierung und Bauunternehmen gingen dann dazu über, die Illusion von einem einzigen Wasserkraftwerk zu erzeugen.

Quelle: adital, deutsche Bearbeitung: Bernd Stößel

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