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03.02.2012

Podcast

Hörpunkt Lateinamerika Folge 41

Folge 41 (03.02.2012): In dieser Folge tauchen wir ein, in einen der schmutzigsten Flüsse Argentiniens. Wir haben als Buchtipp "Kuba fürs Handgepäck", haben mit dem Direktor der Jesuitischen Universität über das Bildungssystem in Chile gesprochen und stellen Ihnen den Film "La Yuma" vor.

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03.02.2012

Brasilien

Minister für Städte zurückgetreten

Medien veröffentlichten Berichte über Korruption.

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04.02.2012

Venezuela

Hugo Kindersoldaten

Es sind Bilder die Angst machen: Eine Gruppe von Kindern posiert schwer bewaffnet für den Fotografen. Die Fotos aus Caracas gefährlichsten Stadtteil, dem "Bloque 23 de Enero", haben in Venezuela eine hitzige Debatte ausgelöst. Die Sicherheitslage im Land wird zu einem zentralen Wahlkampfthema für die kommenden Präsidentschaftswahl im Oktober 2012.

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03.02.2012

Kolumbien

Bogotá soll entwaffnet werden

Bogotás neuer Bürgermeister Gustavo Petro will zum Auftakt seiner Amtszeit ein Zeichen setzen. Ab sofort ist Zivilisten das Tragen von Waffen für drei Monate verboten. Mit der Aktion soll unter anderem der Waffengebrauch aus dem Affekt verhindert werden. Gewalt ist eines der Hauptprobleme der Neun-Millionen-Metropole.

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03.02.2012

Kolumbien

Guerilla steigt ins Fleischgeschäft ein

Metzgereien klagen über Dumping-Preise.

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19.08.2010

Brasilien

Reichtums-Transfer zu den Armen ist eine Pflicht

Schüler in Brasilien / J.Escher, Adveniat.

Schüler in Brasilien / J.Escher, Adveniat.

Brasilien weist hinsichtlich der sozialen Ungleichheit weltweit den drittschlechtesten Index auf. Einem Bericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen aus dem Juli zufolge liegt Brasilien hinter Ländern wie Bolivien, Haiti und Südafrika, was die Schere zwischen Arm und Reich betrifft.  

Wir haben einer der ungerechtesten Reichtumsverteilungen auf der Welt. Von den 15 Ländern, die hier am schlechtesten abschneiden, befinden sich 10 in Lateinamerika und in der Karibik. Hauptleidtragende sind die Frauen, die Schwarzen und die Indigenen. Während in Brasilien nur 5,1% der weißen Bevölkerung mit umgerechnet 30 US-Dollar pro Monat auskommen müssen, beträgt der Anteil bei Schwarzen und Indigenen mehr als das Doppelte, nämlich 10,6%. Die Vereinten Nationen nennen als Hauptursachen der sozialen Ungleichheit den fehlenden Zugang zu Bildung, die ungerechte Steuerpolitik, niedrige Löhne und mangelnden Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheit und Transport.

Sicherlich hat Brasiliens Regierung in den vergangenen zehn Jahren viel investiert, um das Elend zu verringern. Es gelang jedoch nicht zu verhindern, dass die Ungleichheit sich auf die folgende Generation überträgt. Während UN-Angaben zufolge in Brasilien 58% der Bevölkerung die Armut der Vorgänger-Generation übernimmt, liegt der Wert in Kanada und in den skandinavischen Ländern nur bei 19%.

Zur Verminderung der Ungleichheit ist vor allem der Zugang zu guter Bildung notwendig. In Brasilien kommen auf 100 Einwohner derzeit lediglich neun mit einem Universitätsabschluss. Am 3. Oktober sind 135 Millionen Brasilianer zur Wahl aufgerufen. 53% von ihnen haben keine abgeschlossene Schulbildung. Vor welcher Zukunft steht Brasilien, wenn es nicht gelingt, diesen Aderlass zu stoppen?

Um die herrschende Ungleichheit drastisch zu verringern wäre eine Agrarreform dringend erforderlich. Über die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung besitzt weniger als 3% des Landes, während lediglich 46.000 Eigentümer Herren über mehr als die Hälfte des Landes sind. Die Agrarstruktur Brasiliens hat sich seit seiner Zeit als Kaiserreich nicht verändert. Für einen Reichtumstransfer müssten außerdem die entsprechenden Mechanismen vervielfacht werden, ein Beispiel stellt hier die Sozialversicherung dar.  

Die Regierung Lula hat in den vergangenen Jahren 21,8 Millionen Brasilianer aus der Armut geholt. Es ist eine Fehlannahme zu behaupten, der Reichtumstransfer bedeute, die Regierung sorge für den Unterhalt von Nichtstuern. Vielmehr unterstützt die Regierung die Faulen, wenn sie die Korrupten nicht bestraft oder die Veruntreuung öffentlicher Gelder. Der Reichtumstransfer hin zu den Armen ist eine Pflicht, vor allem in einem Land, in dem die Regierung dem Finanzmarkt hilft und dafür sorgt, dass das Vermögen der Spekulanten, die nichts produzieren, kräftig anwächst. Es kommt darauf an, das Fischen beizubringen, statt den Fisch zu schenken. Alle Untersuchungen bestätigen, dass die Ärmsten, wenn sie etwas mehr Reichtum erhalten, in Lebensqualität investieren, wie Gesundheit, Bildung und Wohnung. Brasilien ist reich, aber nicht gerecht.

Autor: Frei Betto, Quelle: Adital

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