10.02.2017

Bolivien, Ecuador, Peru

Wissenschaftler entschlüsseln Gencode von Quinoa

Quinoa gilt in Europa und den USA als Superfood. Foto: Daniel Lobo, CC BY 4.0.

Ein Team aus Forschern hat internationalen Medienberichten zufolge die Quinoa-Pflanze genetisch entschlüsselt. Die Wissenschaft wertet dies als großen Erfolg. Das getreideähnliche Produkt konnte bisher nur in den Andenlagen Perus, Ecuador und Boliviens angebaut werden. Dank der genetischen Analyse sei es laut Prof. Dr. Tester möglich, unterschiedliche Arten von Quinoa zu entwickeln, die nicht so anspruchsvoll sind. Dementsprechend könnte der Anbau dann auch in anderen Ländern der Welt gelingen.

Laut dem Umweltreporter Matt McGrath erhoffen sich die Wissenschaftler so auch eine Preissenkung im internationalen Handel. Denn seitdem die US-Amerikaner und Europäer Quinoa als Superfood für sich entdeckt haben, ist der Preis nahezu explodiert. Die Nachfrage hat in den letzten Jahren schlicht das Angebot überstiegen. Dies könnte sich nun ändern. Forscher hoffen durch einen großflächigeren Anbau von Quinoa die Lebensmittelsicherheit in einigen Ländern besser gewährleisten zu können. Derzeit ist Quinoa für viele Menschen schlicht zu teuer, um es in die tägliche Diät einzubinden.

Deutliche Preissenkung angestrebt

Auch in den Ursprungsländern ist der hohe Preis ein zweischneidiges Schwert. Einerseits profitieren die Bauern von den hohen Weltmarktpreisen, da sie so ihr Einkommen steigern können. Andererseits ist Quinoa inzwischen auch für die Menschen, die es seit Generationen anbauen und verarbeiten zu kostspielig geworden. Dementsprechend hat auch die erwartete Preissenkung zwei Folgen: Die Zugänglichkeit wird wieder erleichtert, der Verdienst hingegen wahrscheinlich geschmälert.

Es scheint außerdem unausweichlich, dass Quinoa sich mit dem wissenschaftlichen Fortschritt von einem traditionell angebautem Lebensmittel zahlreicher indigener Gemeinden Südamerikas zu einem Produkt der Agrarindustrie entwickeln wird. Und das wird tatsächlich mit Hochdruck angestrebt: "Wir beschleunigen das Züchten (neuer Sorten) mit Turbogeschwindigkeit. Wir setzen das Züchten quasi auf Steroide", gab Prof. Dr. Tester gegenüber den Medien an. (aj)

Foto: Daniel Lobo,CC BY 4.0.

« Zurück

AKtuelle Ausgabe:

Titelbild des Magazin Blickpunkt Lateinamerika in der aktuellen Printausgabe

Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich und kann kostenlos abonniert werden.

 

Redaktion und Kontakt:
Nicola van Bonn
Telefon: +49 (0)201 1756-212
E-Mail versenden

 

DOSSIER:
Friedensprozess Kolumbien

Friedenprozess in Kolumbien - Dossier


DOSSIER:

Oscar Romero

Oscar Romero - Dossier

DOSSIER:
Mapuche

Das Indigene Volk der Mapuche - Dossier

Partner von:

Deutsche Welle ist Kooperationspartner von Blickpunkt Lateinamerika -  Logo von DW