24.03.2016

Peru

Wahlbehörde schließt zwei Kandidaten von der Wahl aus

César Acuña Peralta ist einer der beiden vom Wahlkampf ausgeschlossenen Präsidentschaftskandidaten in Peru. Foto: Casa de América, CC BY-NC-ND 2.0.

Lediglich zweieinhalb Wochen bevor die Peruaner dazu aufgerufen sind, ihr neues Staatsoberhaupt zu wählen, steht nicht fest, wer eigentlich zur Wahl antreten darf. Die spezielle Wahl-Jury hat kürzlich zwei Kandidaten von dem Urnengang ausgeschlossen.

Einer war der vielversprechende Politik-Neuling Julio Guzmán, der bisher in den Umfragen an zweiter Stelle lag. Nach Angaben der Behörde habe seine Partei "Alle für Peru" die notwendigen Vorwahlen innerhalb der Partei nicht durchgeführt. Der andere ist César Acuña, dem vorgeworfen wird, mit einer Spende in Höhe von 3.000 US-Dollar Stimmen kaufen zu wollen.

Besonders der Fall von Guzmán hat in dem südamerikanischen Land für eine breite öffentliche Debatte gesorgt. Der 64-jährige Wirtschaftswissenschaftler wirft den Behörden vor, dass dem Ausschluss einer Partei und somit die Ungültigkeit seiner Kandidatur politische Motive zu Grunde lägen. Trotz der Kritik von unterschiedlichen Seiten hat die Entscheidung der Jury innerhalb der Bevölkerung nicht für großen Widerspruch gesorgt.

Keiko Fujimoris Antritt fraglich

Mit dem Vorwurf des Stimmenkaufs sieht sich nun ebenfalls die Favoritin und Tochter des ehemaligen Diktators Alberto Fujimori, Keko Fujimori, konfrontiert. Am Mittwoch, 23. März 2016, ging eine Beschwerde gegen die Politikerin ein. Auch sie soll Spenden und Geschenke eingesetzt haben, um sich Stimmen zu sichern. Die Wahl Jury wird in den kommenden Tagen entscheiden, ob der Antrag Bestand hat und das Ergebnis bekannt geben. Auch der etablierte Politiker Pedro Pablo Kuczynski muss einen Ausschluss befürchten, gegen ihn läuft ein ähnliches Verfahren.

Sollten diese beide Ausschlüsse abgelehnt werden, so gilt Fujimori nach wie vor als große Favoritin. Derzeit liegt sie bei mehr als 30 Prozent der Stimmen in den Umfragen. Nach dem Ausschluss von Guzman ist Kuczynski derzeit der Zweitplatzierte in Umfragen. Beobachter beschreiben die Wahl als eine Entscheidung für oder gegen Fujimori. (aj)

Foto: Casa de América, CC BY-NC-ND 2.0.

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