20.03.2017

Brasilien, Weltweit

Verhaftung nach Gammelfleisch-Skandal

Verdorbenes Fleisch soll in Brasilien im großen Stil für den Verkauf aufgearbeitet worden sein. Symbolfoto: Pedro Antunes, CC BY 4.0 (Zuschnitt).

Wegen des Verkaufs von schlechtem Fleisch hat die Polizei in Brasilien den gesuchten Geschäftsführer eines großen Fleischverarbeitungsunternehmens festgenommen. Am Samstag, 18. März 2017, habe sich der Chef der Firma BRF S.A., Roney Nogueira, am Flughafen von São Paulo der Polizei gestellt und sei noch an Ort und Stelle verhört worden, so die Nachrichtenagentur Reuters. BRF und seinem Mitkonkurrenten JBS S.A. wird die Bestechung von Lebensmittelkontrolleuren und Lokalpolitikern vorgeworfen.

Am Freitag, 17. März 2017, hatte die brasilianische Bundespolizei Ergebnisse jahrelanger Ermittlungen, die unter dem Decknamen "Schwaches Fleisch" durchgeführt wurden, präsentiert. Die Fleischverarbeitungsunternehmen sollen Beamte bestochen haben, um unter anderem die Schließung einer Fleischfabrik im Bundesstaat Goiás wegen unhygienischer Produktionsbedingungen abzuwenden. Außerdem würden Verfallsdaten und Exportgenehmigungen gefälscht, als aussehendes Fleisch "geschminkt" und Chemikalien zur Verschleierung ranzigen Fleischs eingesetzt.

Die Unternehmen, die vor allem vom Fleischexport-Boom Brasiliens mit einem Jahresumsatz von 12 Milliarden US-Dollar profitieren, weisen die Vorwürfe der Ermittlungsbehörden zurück und schalteten landesweit Image-Kampagnen. Brasilien ist einer der weltweit größten Fleischexporteure. 2015 wurde in Deutschland Fleisch im Wert von 121 Millionen US-Dollar und verarbeitetes Fleisch im Wert von rund 100 Millionen US-Dollar aus Brasilien importiert. (bb)

Symbolbild: Pedro Antunes,CC BY 4.0 (Zuschnitt).

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