07.05.2018

Honduras, USA

USA werfen 57.000 Honduraner raus

Washington beendet den Schutzstatus für Honduraner. Nach zwei Jahrzehnten sollen die Menschen nun die USA verlassen. (Foto; picture-alliance/dpa/AP Images/S. Senne)

Washington beendet den Schutzstatus für Menschen aus Honduras. Das ist jüngst bereits anderen Migranten widerfahren. Und auch die Honduraner, die nun die USA verlassen sollen, leben schon seit Jahrzehnten dort.

Das Schutzprogramm TPS ist für Menschen aus Ländern gedacht, die von Naturkatastrophen oder Krieg heimgesucht wurden.

Honduras fiel 1999 darunter, nachdem es von Hurrikan "Mitch" weitgehend zerstört wurde. Das Land sei 50 Jahre in seiner Entwicklung zurückgeworfen worden, klagte der damalige Präsident Carlos Flores. Seither wurde der Schutzstatus für die Migranten in den USA immer wieder verlängert. Nun argumentiert US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen, die Bedingungen in Honduras seien ausreichend gut für eine Rückkehr. Rund 57.000 Menschen mit vorübergehendem Aufenthaltsstatus hätten bis Januar 2020 Zeit, in das zentralamerikanische Land zurückzukehren, erklärte das Ministerium in Washington. Andernfalls würden sie abgeschoben. 

Die Wirtschaftsmacht der Exil-Honduraner

Die Betroffenen sind nur eine vergleichsweise kleine Gruppe unter den mehr als 1,1 Millionen Honduranern in den Vereinigten Staaten, die jedes Jahr rund 4,2 Milliarden Dollar nach Hause schicken. Das ist fast ein Sechstel des honduranischen Bruttoinlandsprodukts von 26 Milliarden Dollar.

Der stellvertretende honduranische Außenminister Isaias Barahona sprach in einer ersten Reaktion von einer "souveränen Entscheidung" Washingtons, die nichtsdestotrotz "zutiefst beklagenswert" sei. Die Rückkehrer sollten "mit offenen Armen empfangen und ihre Wiedereingliederung in unsere Gesellschaft erleichtert werden". Doch der honduranische Botschafter in den USA, Marlon Tabora, befürchtet, es werde "nicht einfach sein", die Menschen wieder zu integrieren. Die Bedingungen für eine Rückführung von Zehntausenden von Menschen seien einfach nicht gegeben.  

Tatsächlich hat das Land immer noch mit erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Problemen zu kämpfen. Honduras gehört zu den gefährlichsten Staaten der Welt. Zudem prägen Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Armut das Leben vieler Honduraner. In den vergangenen sechs Monaten hat das US-Heimatschutzministerium den TPS-Status für eine Reihe von Migranten in den USA beendet. Darunter fallen 200.000 Menschen aus Salvador, 50.000 aus Haiti und 9000 aus Nepal. Sie haben jeweils zwischen zwölf und 18 Monaten Zeit, die USA zu verlassen. Insgesamt sind nach offiziellen Angaben 425.000 Menschen betroffen. Viele von ihnen leben und arbeiten seit Jahrzehnten in den USA. Damit beenden die USA unter Präsident Donald Trump mit zahlreichen Maßnahmen ihre lange Tradition als Einwanderungsland.

Quelle: DW.de, rb/rk (ap, dpa, rtr)

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