17.03.2017

Ecuador, Peru

Überschwemmungen fordern weitere Todesopfer

Symbolfoto: Rodolfo Edelmann, CC BY-SA 4.0.

In Peru haben starke, anhaltende Regenfälle erneut Todesopfer gefordert. Offiziellen Angaben zufolge sind in den vergangenen Tagen drei Menschen gestorben. Damit stieg die Anzahl der Toten auf insgesamt 62, elf Menschen werden vermisst. Die ungewöhnlich starken Regenfälle halten das südamerikanische Land bereits seit Ende vergangenen Jahres in Atem.

Insgesamt sind 20 der 25 Regionen Perus davon betroffen. Schon jetzt müssen die Behörden eine verheerende Bilanz ziehen. Im Norden des Landes sind seit Dezember 2016 62 Menschen ums Leben gekommen. Darüber hinaus wurden ca. 8.000 Häuser zerstört, was rund 60.000 Menschen obdachlos macht. Insgesamt sind mehr als eine halbe Million Menschen von den teilweise sintflutartigen Regenfällen und den daraus resultierenden Überschwemmungen sowie Erdrutschen betroffen.

Die schlimmste Naturkatastrophe seit Jahrzehnten

Besonders schwer getroffen hat es unter anderem die Stadt Nuevo Chimbote. Der komplette Küstenort steht unter Wasser. Dort, wie auch in einigen anderen Städten des Landes, ist in den vergangenen Tagen die Schule ausgefallen. In der Hauptstadt Lima wurde außerdem bis einschließlich Donnerstag, 16. März 2017, das Trinkwasser zeitweise abgestellt.

Für 34 Bezirke hat die Regierung vorerst einen 45-tägigen Notstand verhängt und erwägt derzeit, diese Maßnahme auf das komplette Land auszuweiten. Der peruanische Präsident versicherte in einem Interview, dass die Regierung für die Kosten des Wiederaufbaus im Anschluss an eine der größten Katastrophen der vergangenen Jahrzehnte aufkommen wird.

Ecuador ebenfalls betroffen

Auch die südlichen Regionen Ecuadors sehen sich mit ungewöhnlich starken Niederschlägen konfrontiert. Dort sind rund 5.000 Familien betroffen. Dem Nationalen Meteorologischen Institut zufolge hat es in den ersten zwei März-Wochen bereits so viel Regen gegeben wie sonst im ganzen Monat. Die Wissenschaftler prognostizieren erst für den April eine Stabilisierung und Verbesserung der Wetterverhältnisse. Klimaexperten schreiben die überdurchschnittlich hohen Niederschlagsmengen dem Klimaphänomen El Niño zu.(aj)

Symbolfoto: Rodolfo Edelmann,CC BY-SA 4.0.

30.000 Euro stellt das deutsche Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat als Soforthilfe für die Opfer der Überschwemmungen in Peru zur Verfügung.

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