20.04.2018

Nicaragua

Tote bei Protesten gegen die Rentenreform

Friedliche Zeiten: eine Straßenszene in Matagalpa. Foto: Adveniat/Pohl

In Nicaragua ist es bei gewaltsamen Demonstrationen gegen eine Rentenreform zu Toten und Verletzten gekommen. In der Nacht zum Freitag, den 20. April 2018, starben ein Polizist und ein Demonstrant, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Der 33 Jahre alte Polizist sei nahe der Technischen Universität in der Hauptstadt Managua durch einen Schuss getötet worden.

Der Demonstrant wurde Medienberichten zufolge ebenfalls erschossen, in Tipitapa nördlich der Kapitale sei er laut Augenzeugen von Polizeischüssen getötet worden. Zudem sei ein drittes Opfer, ein Student ums Leben gekommen, so amtliche Angaben. In Managua waren am Donnerstag, den 19. April 2018, den zweiten Tag in Folge hunderte Menschen gegen das Vorhaben der sandinistischen Regierung auf die Straße gegangen, die Rentenbeiträge zu erhöhen und die Rentenzahlungen um fünf Prozent zu kürzen.

Als Reaktion auf die gewalttätigen Proteste ordnete Präsident Daniel Ortega die Zensur von Programmen regierungskritischer TV-Sender an. Die Regulierungsbehörde Telcor habe den privaten Kanälen „100%Noticias“, „Canal12“ und „Claro“ des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim die Übertragung und kritische Kommentierung der gewaltsamen Proteste untersagt, berichtet die Tageszeitung „La Prensa“. Die Kanäle 12, 23 und 51 der nicaraguanischen Bischofskonferenz seien mehrere Stunden abgeschaltet gewesen, so das Blatt. (bb)

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