08.10.2015

Brasilien

Staat versteigert Fracking-Lizenzen im Amazonas

Das Ausmaß von Fracking Fields. In Amerika hat Hydraulic Fracturing (kurz: Fracking) bereits ganze Landstriche in ein Netz aus Bohrungsinseln verwandelt. Foto: Simon Fraser University, CC BY 2.0

Der brasilianische Staat hat mit der Versteigerung von hunderten Frackinggas-Fördergebieten in mehreren Bundesstaaten, die sich auch ins Amazonasgebiet erstrecken, begonnen. Beim Fracking wird durch eine Bohrung unter hohem Druck eine flüssige Chemikalie in den Boden gepresst, um Gestein unterirdisch aufzusprengen.

Wie aus einer Mitteilung der zuständigen Nationalagentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) hervorgeht, haben sich für die 13. Ausschreibungsrunde am Mittwoch, 7. Oktober 2015, insgesamt 37 Firmen aus 22 Ländern um die ausgeschriebenen Förderblöcke beworben. Insgesamt werden 266 Förderblöcke in 22 Sektoren von zehn Sedimentbecken auf einer Fläche von rund 125.000 Quadratkilometer in zwölf Bundesstaaten Brasiliens ausgeschrieben, so ANP in einer Pressemitteilung. Damit führe die Behörde, eigenen Angaben zufolge, die "Strategie der Diversifizierung der Abbaugebiete im Land und zur Ansiedlung von Unternehmen mit unterschiedlichem Profil fort".

Beworben haben sich Firmen aus Angola, Argentinien, Bermudas, Brasilien, Kanada, China, Kolumbien, USA, Frankreich, Niederlande, Japan, Norwegen, Panama, Portugal, Großbritannien, Russland und Thailand. Unter den Bewerbern sind internationale Energiemultis wie British Petroleum (BP), ExxonMobil, Shell, Rosneft, Petrobras , Statoil, Premier Oil, GDF Suez, Total und Anadarko, so eine ausführliche Liste der Bieter von ANP.

Heftige Kritik kommt von Umweltschutz- und Indigenenverbänden. "Die Entscheidung des Bergbau- und Energieministeriums und ANP dem Fracking die Tür zu öffnen, stellt eine ernsthafte Gefahr für das Wasser dar, das wir trinken", stellt sich Juliano Bueno de Araujo, Mitbegründer vom Anti-Frackingbündnis "Coalizão Não Fracking Brasil" (COESUS), gegen die Abbautechnologie. Indigenenverbänden zufolge bedrohe die Rohstoffsuche auch den Lebensraum im Amazonas lebender, indigener Gemeinschaften. (bb)

Foto: Simon Fraser University, CC BY 2.0

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