09.10.2018

Lateinamerika

Schulden und Rezession bedrohen Südamerikas Volkswirtschaften

Argentinien ist mit 80 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung eines der am höchsten verschuldeten Länder Lateinamerikas. Foto (Nationalbank Argentinien): Adveniat/Laurine Zienc

Die öffentliche Verschuldung in den Ländern Lateinamerikas und der Karibik nimmt weiter zu. Wie der Chef der Weltbank für die Region Carlos Végh gegenüber dem britischen Nachrichtenmagazin BBC erklärte, sei die Schuldenlast der Staatshaushalte auf einem „besorgniserregenden“ Niveau, berichtet das Medium am Montag, 8. Oktober 2018, in seiner Lateinamerika-Onlineausgabe.

Besonders in Südamerika bestünde derzeit eine „Situation der Schwäche“, so der Ökonom. Der Weltbank zufolge seien die am meisten verschuldeten Länder der Region Venezuela mit 80,9 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, gefolgt von Argentinien (80 Prozent) und Brasilien (78 Prozent). Im Mittelfeld liegen Länder wie Bolivien (51,6 Prozent) und Kolumbien (48,1 Prozent). Die am wenigsten verschuldeten Länder sind Chile (25,6 Prozent), Guatemala (23,7 Prozent) und schließlich Paraguay (20,4 Prozent). Allerdings bedeutet Verschuldung nicht gleich schlechtes Wirtschaften, Länder wie die USA (105 Prozent) und Japan (253 Prozent) belegen dies.

Notwendig sind Investitionen in Straßen, Krankenhäuser, Industrie und Sozialsysteme. Wichtig ist für Staaten die Möglichkeit, an den internationalen Finanzmärkten an billige Kredite zur Erfüllung der öffentlichen Aufgaben zu kommen. Derweil korrigierte die Weltbank die Wachstumsprognose für Lateinamerika im laufenden Jahr von 1,7 auf 0,6 Prozent. In Südamerika wird sogar ein Wachstumsrückgang von 0,1 Prozent prognostiziert. Ursache seien die kriselnden Volkswirtschaften Argentiniens und Brasiliens sowie der drohende ökonomische Zusammenbruch Venezuelas. (bb)

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