10.07.2018

Costa Rica

Projekt zur Wiederbelebung indigener Sprachen

Buch in der indigenen Sprache der Awajún, die im Amazonastiefland von Peru leben. Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher

Von den rund fünf Millionen Einwohnern Costa Ricas gehören etwa 100.000 einem indigenen Volk an. Doch nur ein Drittel von ihnen spricht eine indigene Sprache. Das soll sich ändern.

Um zu verhindern, dass indigene Sprachen aussterben, hat die Universidad de Costa Rica ein Projekt namens “Diversidad lingüística de Costa Rica” aufgelegt. Von den sieben indigenen Sprachen werden folgende am meisten im Alltag verwendet: Bribri, Maleku, Cabécar und Ngobe. Die Universität will einen Beitrag dazu leisten, dass die Sprachen als nationales Kulturgut Costa Ricas erhalten bleiben. Zu dem Projekt erscheint jedes Jahr eine illustrierte Enzyklopädie mit ethnographischem Charakter. So geht es zum Beispiel um traditionelle Landwirtschaft, Ernährung, Flora und Fauna der Region, in der eine indigene Sprache gesprochen wird.

Junge Indigene sollen mit Apps erreicht werden

Ein weiteres Projekt mit dem Titel “Lenguas y tradiciones orales de Costa Rica” verwendet dieses Material für die Erstellung von Lehrmitteln und didaktischen Spielen. Mithilfe von Tonaufnahmen können sich junge Indigene mit dem überlieferten Wortschatz vertraut machen. Ganz zeitgemäß werden außerdem Apps für Smartphones entwickelt. Stand anfangs nur ein kleines Budget zur Verfügung, so fließen inzwischen mehr Mittel, auch für die Bezahlung von Linguisten. Mit Unterstützung von Costa Ricas Bildungsministerium sollen Lehrer ausgebildet werden, die in den sieben indigenen Sprachen des Landes unterrichten können. Neben diesen praktischen Aspekten geht es ganz allgemein um eine Aufwertung indigener Kultur in all ihrer Vielfalt. Eine digitale Plattform vereint Bücher, Liedersammlungen, Ton- und Bilddokumente, Wörterbücher und didaktisches Material in den verschiedenen indigenen Sprachen. (bs)

« Zurück

Aktuelle Ausgabe:

Titelbild des Magazin Blickpunkt Lateinamerika in der aktuellen Printausgabe

Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich und kann kostenlos abonniert werden.

 

Redaktion und Kontakt:
Nicola van Bonn
Telefon: +49 (0)201 1756-212
E-Mail versenden

 

DOSSIER:
Friedensprozess Kolumbien

Friedenprozess in Kolumbien - Dossier


DOSSIER:

Oscar Romero

Oscar Romero - Dossier

DOSSIER:
Mapuche

Das Indigene Volk der Mapuche - Dossier

Partner von:

Deutsche Welle ist Kooperationspartner von Blickpunkt Lateinamerika -  Logo von DW
Weihnachtsaktion 2017 - Adveniat

Weihnachtsaktion 2017

"Faire Arbeit. Würde. Helfen."