14.09.2018

Mexiko

Präriehunde vom Aussterben bedroht

Der Schwarzschwanz-Präriehund (Cynomys ludovicianus) (Foto: Bernard Spragg. NZ/Flickr/CC0 1.0)

Mexikos Umweltministerium warnt, dass der Präriehund, ein typischer Bewohner des Nordostens des Landes, in Gefahr sei.

Die Zahl der „Perritos de la pradera“ wurde in den 1950er Jahren mit einer Millionen angegeben. Niemand weiß, wie viele es heute noch sind. Präriehunde graben Tunnel, von bis zu 300 Metern Länge, in denen sie sich oft aufhalten. Glück hat daher, wer auf den Weiden des Nordostens Mexikos die kleinen Säugetiere zu sehen bekommt. Die Präriehunde sind typisch für die Halbwüsten der Bundesstaaten Coahuila, Nuevo León und San Luis Potosí. Häufig werden sie mit Maulwürfen oder sogar Eichhörnchen verwechselt. 

Der Mensch dringt in den Lebensraum der Präriehunde vor 

Das Vordringen des Menschen in ihre Lebensräume gefährdet die Nagetiere und veranlasst Mexikos Umweltministerium dazu, vor der Gefahr ihres Aussterbens zu warnen. Die Agrargrenze verschiebt sich immer weiter, Bauaktivitäten tun ein übriges. Das Wüsten-Museum in Saltillo, der Hauptstadt von Coahuila, sichert seit 19 Jahren die Fortpflanzung der Präriehunde und informiert die Besucher. Die im Nordosten Mexikos lebende Art heißt „Cynomys mexicanus“. Eine zweite Art , „Cynomys ludovicianus“,  bewohnt nördliche Regionen der Bundesstaaten Sonora und Chihuahua, und ist auch in den USA heimisch – Präriehunde kennen keine Grenzen. Übrigens besteht eine Verwandtschaft zu Murmeltieren. 

Präriehunde sind kreative Umweltschützer 

Präriehunde, die in der Wildnis leben, kommen auf ein Gewicht von 800 Gramm bis 1,2 Kilo. In Gefangenschaft sind es dagegen 1,5 bis zwei Kilo. Hier erreichen sie ein Alter von bis zu acht Jahren, in der Natur lediglich von vier Jahren. Den Lebensraum bilden trockene Ebenen in einer Höhe von 1.800 bis 2.000 Metern. Präriehunde organisieren sich in Kolonien als Clans oder Familien, Dies gewährt einen gewissen Schutz gegen Raubtiere, zu denen Schlangen, Kojoten und Greifvögel zählen. Eine Besonderheit der Präriehunde: Sie gestalten ihren Lebensraum und sind quasi Architekten des Ökosystems, zu dessen Erhalt sie beitragen. (bs)

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